Zahl der kriegerischen Konflikte gegenüber dem Vorjahr unverändert

Nach Untersuchungen der Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) an der Universität Hamburg wurden im Jahr 2006 weltweit 43 Kriege und bewaffnete Konflikte geführt. Im Vergleich zum Vorjahr ist diese Zahl damit konstant geblieben. Drei neuen stehen drei beendete kriegerische Konflikte gegenüber.Das Gleichbleiben der Zahl der kriegerischen Konflikte ist allerdings trügerisch, da einige der “andauernden” kriegerischen Konflikte erst gegen Ende des Jahres 2005 eskalierten. Dazu zählen vor allem die 2006 neu als Krieg eingestuften Auseinandersetzungen in Sri Lanka und der pakistanischen Provinz Belutschistan.
“Krieg” definiert die AKUF in Anlehnung an den ungarischen Friedensforscher István Kende (1917-1988) als einen “gewaltsamen Massenkonflikt, der alle folgenden Merkmale ausweist: (a) an den Kämpfen sind zwei oder mehr bewaffnete Streitkräfte beteiligt, bei denen es sich mindestens auf einer Seite um reguläre Streitkräfte (Militär, paramilitärische Verbände, Polizeieinheiten) der Regierung handelt; (b) auf beiden Seiten muss ein Mindestmaß an zentralgelenkter Organisation der Kriegführenden und des Kampfes gegeben sein, selbst wenn dies nicht mehr bedeutet als organisierte bewaffnete Verteidigung oder planmäßige Überfälle (Guerillaoperationen, Partisanenkrieg usw.); (c) die bewaffneten Operationen ereignen sich mit einer gewissen Kontinuität und nicht nur als gelegentliche, spontane Zusammenstöße, d.h. beide Seiten operieren nach einer planmäßigen Strategie, gleichgültig ob die Kämpfe auf dem Gebiet eines oder mehrerer Gesellschaften stattfinden und wie lange sie dauern.” Kriege gelten als beendet, soweit Kampfhandlungen dauerhaft, d.h. für mindestens ein Jahr, eingestellt bzw. nur unterhalb der Schwelle der AKUF-Kriegsdefinitionfortgesetzt werden.

Nähere Infos findet ihr unter:
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/004147.html
http://www.sozialwiss.uni-hamburg.de/publish/Ipw/Akuf/publ/AKUF-Pressemitteilung-2006.pdf

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