Veranstaltung zum Red Hand Day 2017 in Leipzig

 

Um auf den Missbrauch von Unter-18-Jährigen als Soldaten aufmerksam zu machen, findet jährlich am 12. Februar der Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten, der Red Hand Day, statt – mit öffentlichen Protesten, Demonstrationen und andere Aktivitäten. Anlass für diesen Tag ist das Inkrafttreten des Zusatzprotokolls zur UN- Kinderrechtskonvention am 12. Februar 2002. Die Bundesrepublik unterzeichnete das Zusatzprotokoll 2004. Hunderttausende rote Handabdrücke wurden in über 50 Ländern gesammelt und an Politiker und Verantwortliche übergeben, darunter an den ehemaligen UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, an Ex- Außenminister Steinmeier oder Bundespräsident Gauck.

 

Die Rekrutierung von Unter-18-Jährigen ist auch in der Bundesrepublik an der Tagesordnung. Unter 18-Jährige dürfen in Deutschland zwar nicht landes- oder bundesweit wählen, nicht ohne Begleitung selbst Auto fahren oder gewaltverherrlichende Videospiele spielen. Mit Einverständnis der Eltern dürfen jugendliche Frauen und Männer aber bereits mit 17 Jahren zur Bundeswehr gehen, Panzer fahren und in Techniken der realen Kriegsführung ausgebildet werden, einschließlich der simulierten Tötung. Sie bekommen dasselbe militärische Training wie Erwachsene, das Jugendarbeitsschutzgesetz gilt ebenso wenig wie andere rechtliche Vorschriften.

2016 erreichte die Rekrutierung Minderjähriger einen neuen Höchststand. Über 1500 Jugendliche wurden in Dienst gestellt, das entspricht 7,2% des Anfängerjahrgangs beim Militär. 2011 gab es lediglich 669 minderjährige Soldatinnen und Soldaten.

 

Am Montag, dem 06.02., wird die Leipziger Friedenswache ab 18 Uhr auf dem Kleinen Wilhelm-Leuschner-Platz (S-Bahn Ausgang Petersstraße) zum Thema Kindersoldaten informieren. Wir sammeln Handabdrücke für die Leipziger Bundestagsabgeordneten, um sie im Anschluss zu Aktivitäten gegen die Rekrutierung Minderjähriger aufzufordern.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Antifaschismus. Fügen Sie den permalink zu Ihren Favoriten hinzu.

Kommentare sind geschlossen.