Tag-Archiv: Völkerschlachtdenkmal

Leipziger Friedensrundbrief Oktober II

“Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann verachte ich ihn schon; er hat sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde. Diesen Schandfleck der Zivilisation sollte man so schnell wie möglich zum Verschwinden bringen, Heldentum auf Kommando, sinnlose Gewalt und die leidige Vaterländerei, wie glühend hasse ich sie, wie gemein und verächtlich erscheint mir der Krieg; ich möchte mich lieber in Stücke schlagen lassen, als mich an einem so elenden Tun beteiligen! Töten im Krieg ist nach meiner Auffassung um nichts besser, als gewöhnlicher Mord.”                                                                                                                                                 Albert Einstein

Hier der angekündigte Nachtrag:

1. Antireenactment

Die Daten in der  Pressemitteilung. Wäre schön, wenn sich nicht nur allgemein gegen diese Art der Geschichtsverdrehung geäußert, sondern dies auch aktiv gezeigt wird.

Start Fahrraddemonstration  Sonntag 20.10.   9 Uhr    Connewitzer Kreuz (Kochstraße)

Hier auch noch eine „Leipziger Erklärung“. Was Schulz, Tillich oder andere gerade im Moment so absondern, wissen wir ja noch nicht… Ist vielleicht auch besser so.

2. Veranstaltung zu Robert Capa

Wer nicht radeln und auch keine Biwaks besichtigen will, sei hier auf eine Veranstaltung zum 100. Geburtstag von Robert Capa hingewiesen. Wir kennen ja keine Konkurrenz, sondern nur ein gemeinsames Ziel.

Sonntag          20.10. 11 Uhr            Theater der Jungen Welt

„Ich hatte das Bild des letzten Mannes, der starb.“

Was die Japaner wohl etwas anders sehen. Matinee 100. Geburtstag Robert Capa 20.10. 2013-1

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PM Friedensfahrt statt Schlachtgetümmel Völkerball statt Völkerschlacht

Am Sonntag kulminiert der Völkerschlacht- Jubiläums- Rummel in der Markkleeberger Weinteichsenke mit der historischen Gefechtsdarstellung von 6000 Uniformierten unter den begeisterten Blicken von 25 000 erwarteten Besuchern (freigegeben ohne Altersbeschränkung). „Das Szenario der Gefechtsdarstellung ist verbürgt und wurde von einer wissenschaftlichen Kommission entwickelt und geprüft.“, so die Veranstalter. Fehlen werden in der Darstellung allerdings tote und sterbende Menschen und Tiere, blut- und dreckverkrustete Klamotten, abgerissene Gliedmaßen und herumliegende Körperteile, Massenvergewaltigungen, nachfolgende Seuchen und zerstörte Gemeinden. Macht auch nichts, es geht ja um ein Event wie in der unguten alten Zeit: 30 Minuten Gottesdienst, vier Stunden hauen, stechen und kartätschen und dann eine Gedenkminute. Alles im Geiste von „Versöhnung und Verständigung“ in einem vermeintlich friedlichen und geeinten Europa, während die unerwünschten Eindringlinge ins gelobte Land an den Außengrenzen absaufen.
Diese Art Geschichtsverfälschung und romantischer Verherrlichung des Militärs darf nicht unkommentiert bleiben. Mit einer Fahrradtour und anschließender friedlich- sportlicher Betätigung am Rande des Pseudo- Gemetzels wollen wir gegen diese „lebendige Geschichtsdarstellung“ protestieren.
Die Fahrraddemonstration startet um 9 Uhr am Connewitzer Kreuz (Kochstraße) und umrundet während des Aufmarschs der Zuschauer bis 12 Uhr die Gefechtsfläche mit Zwischenkundgebungen in Nähe der Haupteingänge (Rilkestraße 10 Uhr, An der Hohle 10.45 Uhr, Dösener Weg 11.30 Uhr). Im Anschluss steht eine Grünfläche an der Bornaischen Straße für die sportliche und eine attac- Veranstaltung am Schillerplatz für die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Reinactment zur Verfügung. Wir laden alle trotz medialer Überflutung kritisch Eingestellten zur Beteiligung an der Tour oder den Zwischenkundgebungen ein.
Damit im nächsten Jahr keiner auf die Idee kommt, für eine erlebbare und lebendige Geschichtsvermittlung zum „Jubiläum“ des 1. Weltkriegs tausende Kilometer Schützengräben von der Ostsee bis zur Schweizer Grenze auszuheben und Giftgas „Made in Germany“ zu horten. Oder zum 75. des 2. WK symbolisch den Sender Gleiwitz zu überfallen und die Westerplatte zu bombardieren.

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Aufruf Schreibwettbewerb: Jugendliche schreiben über 200 Jahre Völkerschlacht zu Leipzig

Aufruf Schreibwettbewerb als Flugblatt
Das Friedenszentrum Leipzig e.V. wendet sich mit dieser Ausschreibung an in Leipzig und der Region lebende Jugendliche der Klassen 8 bis 10 der Mittelschulen und 8 bis 12 der Gymnasien.
Seit Monaten schon wird in der Öffentlichkeit vielfach auf den 200. Jahrestag jener für Leipzig schrecklichen Schlacht hingewiesen. Es gibt irritierende Vorbereitungen zu theatralischen Nachstellungen des Schlachtgeschehens und anderes Zweifelhaftes mehr anlässlich dieses „Jubiläum“, dieser „Feier“ wie das Ereignis vielfach auch genannt wird.
Wir möchten dazu beitragen, dass diese historischen Daten (auch die Denkmal-Einweihung jährt sich zum 100. Mal) hinterfragt, ihre Bedeutung und Folgen diskutiert und auf unsere globale, aktuelle Friedensproblematik und -gefährdung bezogen werden.

Angeregt werden Texte im Umfang von 2 bis maximal 5 Seiten zu zwei thematischen Komplexen:
1. 200 Jahre Völkerschlacht – Patriotisches Fest?
Ehrung der Kriegshelden? Mahnende Erinnerung an die Opfer? Gedenken unter welchen Vorzeichen?
2. 200 Jahre Völkerschlacht – Nachgefragt und recherchiert: Was geschah in meiner Straße / in meinem Viertel /
in unserer Stadt?

Zeitraum der Ausschreibung: 2. Schulhalbjahr bis Ende Juli 2013 ( Einsendeschluss:31.7. 2013)

Ausfertigung der Texte, wenn möglich, in 3 Exemplaren:
Handschrift / Kopien / Schreibmaschine / PC- Ausdruck / PC-Datei.
Anschrift der Jury: Friedenszentrum Leipzig e.V.
über : Dr. Christel Hartinger / Philipp-Rosenthal-Str. 58 / 04103 Leipzig
Tel.: 0341.8780015
email: christel.ilm@t-online.de

Alle Einsendungen werden begutachtet und bei Eignung in Medien der Stadt ( Zeitungen, Kulturinformationen/ Radio/ Leipzig Fernsehen)
veröffentlicht.
Die olympische „Treppchen-Hierarchie“ 1,2,3 wird für uns nicht gelten, alle Texte werden beachtet, die aussagekräftigsten fünf Texte zum Abschlusstreffen
vorgestellt und besonders gewürdigt. Alle Teilnehmenden werden zum einen, zu einer auswertenden öffentlichen Veranstaltung mit: Lesung/ Prämierung ( Büchergutscheine)/ Begegnung und Gespräch an einem kleinem Buffet eingeladen; zum anderen wird mit einem Historiker eine Exkursion zu den geschichtlichen Plätzen in und um Leipzig stattfinden.
Aufruf Schreibwettbewerb als Flugblatt

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Friedensweg Newsletter April 2013

Liebe Friedensfreundinnen und – freunde,

vorab einen herzlichen Dank an alle aktiv Beteiligten und TeilnehmerInnen am Ostermarsch. Wir konnten unsere Anliegen persönlich und in den Medien rüberbringen und hoffen dass es wirkt. Die erneute Verhinderung eines öffentlichen Propagandaauftritts des Kriegsministers, diesmal in Berlin, ist ein Zeichen für den wachsenden Widerstand gegen die Militarisierung der Gesellschaft. Protest gegen das Feiern militärischer Großtransporte mit den verbundenen Gesundheitsschäden für Kriegsopfer und Anlieger durch Flughafen, OBM und Volga Dnepr/ SALIS war wegen der Kürze der Zeit leider nicht möglich, aber wir bleiben dran.  Ansonsten gibt es wie immer reichlich zu tun.

 

1. PM Veranstaltung zu 100 Jahre Urwaldhospital Lambarene

1913 gründete der Pazifist, Arzt und Theologe Albert Schweizer im damaligen Französisch- Äquatorialafrika als konsequente Weiterführung seiner ethischen Grundüberzeugungen ein Hospital im Dschungel Afrikas. Bereits 1914 als Elsässer mit seiner deutschen Frau unter Hausarrest gestellt, wurden beide 1917 festgenommen und in Frankreich interniert. Erst 1924 konnte Albert Schweitzer, nachdem er mit Vorträgen und Orgelkonzerten neue Gelder für sein Projekt gesammelt hatte, nach Afrika zurückkehren und das Urwaldhospital weiter ausbauen. Bei späteren Reisen warnte Schweitzer vor dem aufkommenden Nationalsozialismus und der Gefahr eines zweiten Weltkrieges. Für sein Engagement für Frieden und Völkerverständigung und gegen atomare Aufrüstung erhielt er 1952 den Friedensnobelpreis, bis 1964 leitete Schweitzer das Hospital persönlich. In Leipzig tragen die Schule für Körperbehinderte, ein Pflegeheim und eine Apotheke seinen Namen. Nach Ende der französischen Kolonialherrschaft in Gabun gelegen, beherbergt das Hospital heute nach mehreren Erweiterungen Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie und Kinder- und Jugendmedizin sowie eine Geburtsklinik und eine Malaria- Forschungsstation.

Aus Anlass des 100. Jahrestages der Hospitaleröffnung laden der Bürgerverein Musikviertel und das Friedenszentrum Leipzig am Dienstag, den 16. April 2013, um 17 Uhr zu einem Lichtbildervortrag in den Schwägrichentreff, Schwägrichenstr. 8, ein. Der Zahnarzt Eberhard Wissel wird über die Gründung, die Geschichte und die Gegenwart des größten Schweitzer- Projektes referieren.

2. MittwochsATTACke   24. April 2013 18 Uhr     Schaubühne Lindenfels

EIN TÖDLICHES GESCHÄFT – wie Kriege und Rüstung immer selbstverständlicher wieder Politik und Wirtschaft Deutschlands mitbestimmen. Vortrag von und Diskussion mit Andrea Kolling (Vorsitzende der
Bremischen Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung)
3. Bundeswehr und Stadtfest

The same procedure as last year- nix dazugelernt. Vom 07. bis 09. Juni will die Bundeswehr wieder mit Unterstützung diverser Radiosender auf dem Augustusplatz Kanonenfutter einsammeln. Da gilt es vehement, kreativ und gewaltlos etwas dagegen zu setzen. Wir sind für Ideen zu haben.

 

4. Aktion Aufschrei- Stoppt den Waffenhandel

Je näher die Wahl im September rückt, umso mehr öffentlicher Druck muss aufgebaut werden. Das begrüßenswerte Abkommen der UNO zum Waffenhandel ist zwar ein kleiner Erfolg, aber letztlich nur Kosmetik und seine Umsetzung wird auch auf sich warten lassen.

Die nächste Unterschriftensammlung zum Thema wird es wohl im Rahmen des 1. Mai geben. Aber jeder selbst kann auch privat Unterschriften sammeln, wir besorgen dann die Weiterleitung. Material ist zu finden unter www.aufschrei-waffenhandel.de. Dort u.a. für die Kampagne frei verwendbare Karikaturen von Ioan Cozacu und des Leipzigers (sic!) Schwarwel.

 

5. Völkerschlachterei

Bedenken zu der manchmal seltsamen Geschichtsauffassung der Stadt- und Spektakelverantwortlichen und der Vermarkterei hunderttausender Toter artikulieren sich zunehmend vor allem unter kreativen Menschen. Fischer- Art’s Bild, Hannes Schroths Poem, die performerisch- musikalischen Vorstellungen der Künstlerinnen- Gruppe Gedok oder die Theatercollage „Ein einzig langes Donnergebrüll“ lassen zwar hoffen, sollten aber erst der Anfang sein. Besonders beim Re-un-inactment gibt es einiges zu tun und so lange ist es ja auch nicht mehr hin. Los geht es nämlich bereits am 25. Mai mit dem Bürgerfest am Schlachte- Klotz. Da sollte sich artikuliert werden…

 

6. … und es wird Frühling

Dann ist der Sommer auch nicht mehr weit. Wer über den Leipziger Tellerrand hinausschauen möchte, hat gleich doppelt Gelegenheit:

6.1.   http://warstartsherecamp.org/                   Auf zum WarStartsHere-Camp 2013!

Vom 21. bis 29. Juli werden wir gemeinsam antimilitaristisch campen, diskutieren und Aktionen starten. Das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in der Altmark ist der modernste Militär-Übungsplatz Europas. Hier wird jetzt mit “Schnöggersburg” eine Übungsstadt gebaut, in der Bundeswehr und NATO-Armeen für weltweite Kriege und Aufstandsbekämpfung im urbanen Raum trainieren. Lasst uns an die Diskussionen und erfolgreichen Aktionen vom letzten Jahr anknüpfen:

Krieg beginnt hier, und kann hier aufgehalten werden!

6.2.      www.atomwaffenfrei.de

9.-12. August 2013  Protest vor dem Atomwaffenstandort Büchel mit Musik, gewaltfreien Aktionen, Redebeiträgen, Info- und Trainingscamps, 24-h- Blockade u.a. mit Lebenslaute               In Büchel/Südeifel sind die letzten ca. 20 in Deutschland verbliebenen Atombomben der USA stationiert. Im Koalitionsvertrag von 2009 heißt es, die Bundesregierung werde sich für den Abzug dieser Atomwaffen einsetzen. Die tatsächliche Politik der Bundesregierung aber steht dazu im krassen Widerspruch: Im Mai 2012 gab sie dem Verlangen der USA nach Modernisierung der in Büchel gelagerten Atomsprengköpfe nach – nun ist der Bau neuer Bomben geplant. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich an ihr ursprüngliches Versprechen zu halten und sich  darüber hinaus für den Verbot aller Atomwaffen einzusetzen.

Da kann es ja eigentlich losgehen. Bei Interesse oder Aktivitätsdruck zum einen oder anderem Thema – einfach fragen.

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