Tag-Archiv: Klein

Erfolgsprämie für Oberst Klein?

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

Oberst Georg Klein, Befehlshaber der Tanklaster- Bombardierung am 4. September 2009 in Afghanistan, soll nach einem Bericht des Speigel eine deutliche Gehaltserhöhung erhalten. Der derzeit als Stabschef der 13. Panzergrenadierdivision in Leipzig eingesetzte Offizier soll in die Besoldungsgruppe B3 aufsteigen und dadurch monatlich rund 600 Euro mehr erhalten. Der Offizier sei “an der Reihe” gewesen, zitiert das Magazin einen hochrangigen Beamten aus dem Bundesverteidigungsministerium. Dem Bericht zufolge soll Klein zudem auf einen Posten in das Ministerium wechseln, dieser sei mit einem Grundgehalt von 6.635 Euro monatlich dotiert. Dass die Gehaltserhöhung mit der erfolgreichen Behinderung interner Untersuchungen und dem Schweigen über die tatsächlichen Befehlsketten und Ereignisse bei der Bombardierung etwas zu tun hat, kann nicht bestätigt werden. Aber fragen derf mer schon…

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04. September 2009 – 1. Jahrestag Tanklaster- Bombardierung

Seit 2001 tobt der „Krieg gegen den Terror“ in Afghanistan. Nach den Anschlägen vom 11. September und der Ausrufung des NATO- Bündnisfalls beteiligt sich auch die Bundeswehr erstmals seit Ende des zweiten Weltkrieges aktiv an Kampfhandlungen. Während des Einsatzes kam es immer wieder zu zivilen Opfern deutscher Soldaten bei Kontrollen, bei Hausdurchsuchungen oder kleinen „Missverständnissen“.  

Am 04. September 2009 befahl Oberst Klein, Stabs-Chef der 13. Panzergrenadierdivision Leipzig und zu diesem Zeitpunkt Kommandant des Bundeswehrstützpunktes Kunduz, die Bombardierung entführter Tanklaster durch amerikanische Bomber. Der blutigste Kriegseinsatz der Bundeswehr seit 1945 forderte eine unbekannte Anzahl ziviler Opfer.

Bei diesem Einsatz wurden neben den Richtlinien des Völkerrechts auch interne Vorgaben der Bundeswehr, der NATO und der ISAF verletzt:

– entgegen den Tatsachen wurde an die Einsatzzentrale „troops in contact“, also eine unmittelbare Feindberührung von Bundeswehrsoldaten, weitergegeben

– eine unmittelbare Bedrohung ( imminent threat) des Bundeswehrstützpunktes durch die festsitzenden Tanklaster wurde bestätigt

– die fünfmalige Anfrage des Bomberpiloten, ob die betroffenen Personen durch vorherige Überflüge gewarnt werden sollten, wurde abschlägig beschieden

– die Bitte eines Bomberpiloten, höhere militärische Stellen zur Absicherung des Bombardierungsbefehls einzubeziehen, wurde abgelehnt

– eine Nachfrage, ob gezielt die über hundert Personen zwischen den Tanklastern getroffen werden sollten, wurde positiv beschieden

Nach einer Meldung der LVZ im Dezember 2009 wurde bereits im Juli des Jahres mit Vertretern des Kanzleramtes,  Kriegsminister Jung und Generalinspekteur Schneiderhan sowie Kontaktpersonen des Kommandos Spezialkräfte KSK, der deutschen Geheimdienste  und der CIA eine Eskalation des militärischen Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan vereinbart. Diesem Wunsch kamen die Verantwortlichen vor Ort offenbar umgehend nach.

U.A. wegen der bevorstehenden Bundestagswahl am 27. September 2009 wurden die tatsächlichen Ereignisse zunächst gezielt vertuscht, Untersuchungen u.a. der ISAF massiv behindert und mit deutscher Gründlichkeit verharmlost und abgewiegelt. Nach der Wahl wurden Ex- Kriegsminister Jung und ranghohe Militärs als Bauernopfer weggetreten.

Sämtliche bundeswehrinterne und juristische Verfahren gegen die Beteiligten wurden mittlerweile eingestellt. Die tatsächlichen Vorgänge um die Erteilung des Einsatzbefehles werden wohl nie das Licht der Öffentlichkeit erblicken.

Wir fordern mit der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung:

Bundeswehr raus aus Afghanistan!

Auslandseinsätze beenden!

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3. Völker schlacht-Preis an Oberst Georg Klein

Bereits zum dritten Mal wird in diesem Jahr der Leipziger Völker schlacht- Preis verliehen. Nach Flughafenchef Eric Malitzke und Bundesverwaltungsrichter Dr. Stefan Paetow ist der Preisträger in diesem Jahr erstmals ein berufsmäßiger Militarist: Oberst Georg Klein von der 13. Panzergrenadierdivision Leipzig.

Oberst Klein erhält den Preis für seine Verdienste um das weltweite Völker schlachten, insbesondere für die mit deutscher Gründlichkeit angeforderte heldenhafte Bombardierung zweier festsitzender Tanklaster inklusive nicht mehr zu vertuschenden zivilen Kollateralschadens. Besonders zu würdigen ist, dass sich Oberst Klein unbeirrt nicht nur über das deutsche pseudopazifistische Grundgesetz oder das Völkerrecht hinwegsetzte (von moralischen Hemmnissen mal ganz zu schweigen), sondern sogar die mehrfachen Nachfragen und Hinweise unserer ansonsten außerordentlich schießfreudigen Lieblingsverbündeten mit soldatischer Hartnäckigkeit ignorierte. So wird Deutschlands Sicherheit am Hindukusch verteidigt.

Der Völker schlacht- Preis hat die Form einer Schlachteplatte und besteht aus durchweg unmenschlichen aber symbolträchtigen Begleiterscheinungen kriegerischer Auseinandersetzungen: zerhacktes Fleisch, Knochen, Blutwurst, Hirn und Gekröse. Er wird wie der Friedensnobelpreis am 10. Dezember übergeben.

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