Tag-Archiv: Friedenspreis

„Nie wieder Krieg!“ – Weltfriedenstag 2014 in Leipzig

Einhundert Jahre nach Beginn des Ersten und 75 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs stehen wir in Europa und weltweit erneut vor einem Abgrund aus Leid, Zerstörung und Tod. Gestern noch mit dem Westen verbündete und von diesem mit Waffen und Geld unterstützte Milizen ziehen eine Blutspur durch Syrien und den Irak, ein weiterer Krieg in Palästina hat bereits über eintausend zivile Opfer gefordert. Nach dem Regimewechsel herrscht in der Ukraine ein Bürgerkrieg, der sich immer mehr zu einer Stellvertreter- Auseinandersetzung zwischen der NATO und Russland entwickelt. An diesen Konflikten ist die Bundesrepublik durch einseitige diplomatische Unterstützung, im Bündnisrahmen und durch direkte oder indirekte Waffenexporte beteiligt. Die Schreie der Bellizisten nach mehr „Verantwortung“ und „militärischer Teilhabe“ werden immer lauter, alternative nichtmilitärische Lösungsmöglichkeiten sind aus der öffentlichen Debatte verschwunden. Der Außenminister tönt: „Wir sind zu groß, um uns herauszuhalten.“ Hätte Deutschland 1914 und 1939 nicht zwei Weltenbrände entfesselt, es wäre als geistige Großmacht im Frieden wesentlich größer.

„Zeigen wir gemeinsam, dass Frieden mehr ist als die Abwesenheit von Krieg“

Das Bündnis Leipzig gegen Krieg lädt alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt und der Region ein, gemeinsam am 1. September von 17 bis 20 Uhr den Weltfriedenstag auf dem Leipziger Augustusplatz zu begehen. Im ersten Teil der Veranstaltung wird mit literarischen Beiträgen an den 1. Weltkrieg erinnert und mit Unterstützung der Band Wundertüte musikalisch auf die Verleihung des 7. Leipziger Friedenspreises eingestimmt. Die zum Ostermarsch aus einem Schwert geschmiedete Sichel wurde in diesem Jahr postum dem ehemaligen Pfarrer der Nikolaikirche Christian Führer zugedacht. Wir erinnern damit an jahrelange gemeinsame Aktivitäten gegen Krieg und Rüstungsexport und würdigen sein Engagement für einen Frieden im weiteren Sinne.

Im inhaltlichen Teil ab 18 Uhr bietet sich die Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit der meist kriegerischen Rolle Deutschlands in Geschichte und Gegenwart und der zunehmenden Militarisierung der Gesellschaft. Dabei kann sich Jede und Jeder am traditionellen offenen Mikrofon persönlich in die Diskussion einbringen.

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Sechster Leipziger Friedenspreis geht an Juliane Nagel vom Aktionsbündnis „Leipzig nimmt Platz“

In Micha 4, 1-4, der Bibel heißt es als Vision: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Kein Volk wird gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden fortan nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“. Schwert, Pflug und Schmied waren das Symbol der oppositionellen DDR- Friedensbewegung.

Wie in den vergangenen Jahren wurde auch zum Ostermarsch 2013 als Zeichen des Friedens auf dem Leipziger Nikolaikirchhof ein Schwert zu einer Sichel umgeschmiedet. Diese Sichel wird jeweils von „Leipzig gegen Krieg“ als Leipziger Friedenspreis für besonderes Eintreten für Frieden, Völkerverständigung und Toleranz vergeben.

Nach den Preisträgerinnen und Preisträgern Dr. Dinanga Cingoma (Lebendiges Kongo e.V.), Stefan Bosch (Abschiebungshaftgruppe beim Flüchtlingsrat Leipzig), Ute Nitzsche (Medizin für Gambia), Hassan Zeinel Abidine (Gesellschaft für Völkerverständigung) sowie Carolin und Sandra Münch (Bon Courage e.V. Borna) geht die Auszeichnung in diesem Jahr an Juliane Nagel vom Aktionsbündnis Leipzig nimmt Platz. Gewürdigt wird damit ihr jahrelanges Engagement gegen neonazistische Strukturen und deren menschenverachtende Ideologie in Leipzig und der Region. Nachdem der zweite Teil des Vermächtnisses des 2. Weltkrieges, „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“, mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr außer Kraft gesetzt wurde, ist konsequentes Eintreten zur Erfüllung des erstens Teils umso dringender geboten. Der Preis wird zum Weltfriedenstag am 01. September übergeben.

Für den in diesem Jahr besonders bedeutsamen Gegen“preis“, den zum fünften Mal vergebenen „Leipziger Völker schlacht“- Preis, werden noch geeignete Kandidatinnen und Kandidaten in den Kategorien „Regional“ und „Bundesweit“ gesucht. Näheres unter www.friedensweg.de.

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Weltfriedenstag 2012 – 5. Leipziger Friedenspreispreistäger_innen gekürt

Am 1. September jährt sich zum 73. Mal mit dem Überfall der Nazi- Wehrmacht auf Polen der Beginn des zweiten Weltkriegs, der bis 1945 millionenfachen Tod sowie unermessliches Leid und Elend über Europa brachte. Nach fünfzig Jahren relativen Friedens kehrte der Krieg auf den Kontinent zurück, seit der Jahrtausendwende sind deutsche Soldatinnen und Soldaten wie selbstverständlich in immer stärkerem Maße weltweit im Einsatz und seit einigen Jahren wird ihr Töten und getötet werden auch
wieder von der offiziellen Politik als Krieg bezeichnet.

Damit ist die Erinnerung an das Geschehene und die Mahnung vor dem vielleicht Zukünftigen notwendiger denn je. Das Bündnis gegen Krieg Leipzig lädt alle Bürgerinnen und Bürger Leipzigs und der Region ein, gemeinsam am 1. September von 15 bis 17 Uhr den Weltfriedenstag auf dem Leipziger Marktplatz zu begehen.

Nach Musik, Texten und Redebeiträgen rund um das Thema Krieg und Frieden geben die für die Leipziger Oberbürgermeisterwahl 2013 nominierten Barbara Höll (Linkspartei) und Felix Ekardt (Grüne) persönlich ihre Antworten auf Fragen zum Flughafen Leipzig- Halle, zur 13. Panzergrenadierdivision, zu Bundeswehr an Schulen und Universitäten und zum Oberbürgermeisterbündnis Mayors for Peace. Die Kandidaten von SPD und CDU haben entweder keine Meinung zu den Themen oder wollen diese nicht bekannt geben.

Ab 16.30 Uhr wird die zum Ostermarsch aus einem Schwert geschmiedete Sichel als
5. Leipziger Friedenspreis vergeben. Aus den allesamt preiswürdigen Vorschlägen, u.a. Ruth Guthmann von Cuba Si, Dorota Monem vom Caritasverband Leipzig, Richard Gauch von der Gruppe Gedenkmarsch oder dem Verein der ausländischen Mitbürger in Sachsen, gingen nach intensiver Diskussion Carolin und Sandra Münch vom Bon Courage e.V. Borna als Preisträgerinnen hervor. Sie werden insbesondere für ihre langjährige Betreuung von Asylbewerbern im Landkreis Leipziger Land geehrt.

Am Abend gibt es bei einem kleinen Empfang eine Rückschau auf zwanzig Jahre Friedenszentrum Leipzig e.V. Der Verein wurde 1992 von Teilnehmern am Leipziger Runden Tisch Frieden ins Leben gerufen und prägt seitdem im Bemühen um ein friedliches und tolerantes Miteinander das Gesicht dieser Stadt mit. Wir wollen uns mit Mitgliedern, Weggefährten und Mitstreitern an vielfältige Aktivitäten, Erfolge und auch Rückschläge erinnern und Kraft für zukünftige Aktivitäten sammeln.

Ablaufplan für den Weltfriedenstag 2012 in Leipzig

Ab 14.30 Aufstellen der Infostände: attac, Lebendiges Kongo, AG Frieden und Gedenken / Linkspartei, VVN-BdA/ Gruppe Gedenkmarsch, MLPD, DKP, fdj, Initiative Volksentscheid (ex. Mehr Demokratie), Friedenszentrum/ Friedensweg/ DFG-VK, Kein Mensch ist illegal, ev. globale le

15.00 Begrüßung, Verlesen der Auflagen und Eröffnung

15.10 Hornist Paul Goodmann

15.15 bis 15.30 Gruppe Engenga ( Lebendiges Kongo)

15.30 bis 15.40 Friedenstexte

15.40 bis 15.50 Tanzgruppe

15.50 bis 16.05 Redebeiträge 3 mal 5 min:

– problematische ungarische Partnerschaft zum „Lichterfest“

– Warstartshere- Camp am Gefechtsübungszentrum Altmark

– Kampagne Aufschrei- Stoppt den Waffenhandel

16.05 bis 16.10 Tanzgruppe

16.10 bis 16.30 kurze Vorstellung der Fragen an die Kandidatin und die Kandidaten zur Leipziger OBM- Wahl 2013: Antworten von Barbara Höll (Linkspartei) und Felix Ekart (Grüne), keine Antworten von SPD und CDU

Ab 16.30 Verleihung des 5. Leipziger Friedenspreises

Erläuterung des Preisgedankens, eingereichte Vorschläge und Auszüge aus den Begründungen

Ruth Guthmann (Cuba Si)
Dorota Monem (Caritas)
Richard Gauch (Gruppe Gedenkmarsch)
Verein der ausländischen Mitbürger in Sachsen
Geschwister Münch (Bon Courage Borena)

Bekanntgabe der Preisträgerinnen: Carolin und Sandra Münch

Laudatio: Hassan Zeinel Abidine

Überreichung des Preises

Ev. Dankworte

17.00 Ende der Veranstaltung: Gruppe Engenga und Aufstieg der Friedenstauben u.a. aus den Händen der KandidatInnen und/ oder ehem. PreisträgerInnen

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