Tag-Archiv: 1.Weltkrieg

Leipziger Studierende besuchen Schlachtfelder des 1. Weltkriegs

Flanders FieldsIm Rahmen der Thementage am Leipzig- Kolleg – Institut zur Erlangung der Hochschulreife- beschäftigte sich eine Gruppe von Kollegiaten im Rahmen einer Studienfahrt intensiv vor Ort mit den Kriegsereignissen von 1914 bis 1918 in Flandern.

Unterstützt von Friedenszentrum und Friedensweg Leipzig e.V., der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen und der Firma satek holz- und bautenschutz Dessau besuchten die Studierenden Kriegsschauplätze in Belgien. Neben dem Museums In Flanders Fields in Ieper/ Ypern stand der Besuch einer nachgebauten Schützengrabenanlage bei Diksmuide auf dem Programm. In Langemarck, wo tausende Studenten und Abiturienten im November 1914 in das Feuer englischer Maschinengewehre getrieben wurden und wo am 24. April 1915 von deutscher Seite der erste Einsatz von Giftgas erfolgte, wurde der deutsche Soldatenfriedhof mit 44 304 Opfern der Flandernschlachten besucht. Im Wald von Plogsteert, einem der Punkte des Weihnachtsfriedens 1914/15, wo zwischen englischen, französischen und deutschen Truppen nichtautorisierte Waffenstillstände vereinbart wurden, war das Denkmal der UEFA für „den kleinen Frieden im großen Krieg“ (Michel Platini) Ziel der Studienfahrt.

Uefa-Denkmal FlandernAuf der Fahrt ergaben sich außerdem Gelegenheiten zum Besuch des belgischen Festungsgürtels um Lüttich und der Universitätsstadt Leuwen, wo deutsche Truppen im August 1914 drei Tage lang über eintausend Häuser, darunter die mittelalterliche Bibliothek mit über 300 000 Büchern, brandschatzten und 248 Zivilisten den Flammen zum Opfer fielen oder als Geiseln erschossen wurden.

Einen weiteren Zwischenstopp gab es kurz vor den „Feierlichkeiten“ zum 200. Jahrestag am 18. Juni auf dem Schlachtfeld von Waterloo. Ähnlich wie in Leipzig vor zwei Jahren waren hier die Vorbereitungen für die kommerzielle touristische Verwertung der 50000 Toten und Verwundeten inklusive „realistischer Nachstellungen der Schlacht“ mit Beteiligung der Leipziger Traditionsvereine in vollem Gange.

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Leipziger Friedensrundbrief Oktober 014

„Ich bin doch auch gegen Terrorismus und kein Volk der Welt hat die Taliban oder die Mörderbande der Nordallianz als Herrscher verdient, aber hat man sie vorher erst bewaffnen müssen?“
„Auch kann ich der Auswahl der Bilder, mit denen ich überflutet werde nicht mehr glauben. Welche Bilder des Elends werden hinter denen des Jubels ausgeblendet? Vor einer begeisterten Truppe von Elitesoldaten prahlte Bush, dieser Krieg sei noch lange nicht zu Ende. Man stünde gerade mal am Anfang eines langen Kampfes. Und nun wird die Allianz derer, die der Welt zuerst das Böse bescheren, um sie dann davon zu befreien, bei jedem zukünftigen Krieg auf den militärischen Erfolg in Afghanistan verweisen. Ein weiterer perfekt inszenierter Mythos.“       Konstantin Wecker, Willy 4

Mal etwas Anderes zum Einstieg, Auszüge aus einer älteren Version von Konstantin Weckers Willy, mittlerrweile ist er bei Nr 7 angelangt. Die Bezeichnung der Terroristengruppen und der Name des US- Präsidenten müssten geändert werden, die Fragen sind die gleichen wie 2003. Der angesprochene militärische Erfolg in Afghanistan hat sich allerdings ins Gegenteil verkehrt. Macht nichts, die wirtschaftlichen und strategischen Ziele wurden aus Sicht der USA erreicht. Und D durfte mitmachen… Gegen die Waffenlieferung über den Flughafen Leipzig/ Halle gab es eine kleine Kundgebung auf dem Nikolaikirchhof und eine Aktion auf dem Flughafen selbst (jeweils mit kleinerem Medienecho), zu mehr fehlte leider Zeit und Kraft. Aber vieles fängt ja bekanntlich klein an…

Außerdem ein herzliches Dankeschön an alle an der Kundgebung zum Weltfriedenstag Mitwirkenden, Teilnehmenden und im Geiste Anwesenden. Die positiven und negativen Reaktionen im Nachhinein bestätigen, dass wir mit der Auswahl des Preisträgers genau richtig lagen. Die Kombination von traditioneller Veranstaltung und aktueller Friedenswache fanden wir auch gelungen.
Nun lauern gleich die nächsten Termine (Newsletter layoutet zum Download):

1.Oktober    ständig überall
Es lichtfestelt und jubiliert in der Stadt, ganz nebenbei wird die Geschichte neu interpretiert. Das sich der eine oder die andere noch erinnern kann, spielt da keine Rolle. Die herrschende Meinung ist die Meinung der Herrschenden, also z.B. die des Bundespräservativs. Der wird es dann auch vor handverlesenen Klaqueuren im Gewandhaus zum Besten geben, der Plebs kanns sichs ja auf der Videoleinwand reinziehen. Viele resignieren, schalten ab oder können es einfach nicht mehr hören. Trotzdem wenigstens symbolisch: Treff Donnerstag 09.Oktober, 18.30 Uhr, Augustusplatz, ungefähr zwischen alter Hauptpost und Commerzbank. Wie früher müssen mahnende Worte auf Schildern und Transpis selbst kreiert und hochgehalten werden. Vielleicht regt es ja zum (Nach)-Denken an.

2.Aktionskonferenz für den Frieden, Samstag, 11.10.2014, 11 – 17 Uhr Hannover
Seit längerem ja die Diskussion um alte und neue Friedensbewegung, Montagswahnmachen etc. Und die Einschätzung, das dringend etwas getan werden muss gegen das Kriegsgeschrei von Präsidenten, Ministerinnen, Hinterbänklern und Militärs. Damit es noch besser geht, der Aufruf zur Vernetzung im Anhang. Wir würden am Sonnabend 7.20 Uhr ab Hbf tief mit S- Bahn  und Wochenendticket losfahren, könnten die Veranstaltung fast vollständig besuchen und wären 20.39 Uhr wieder in Leipzig. Bei Interesse zwecks Koordination der Fahrkarte bitte kontaktieren.

3.Definitiv letztmalig die Gelegenheit, sich einen der gelungensten Beiträge zum letztjährigen Völkerschlachtgedenken anzusehen: Ein einziges langes Donnergebrüll Völkerschlacht. Leben zwischen Pulverdampf und Freiheitsmythos. Wirklich sehenswert. Die Akteure meinen:
„Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr hat das Leipziger Theaterstück zur Völkerschlacht am Gedenkwochenende dieses Jahres zwei Zusatzaufführungen – am 17. und 18. Oktober im asisi Panometer, direkt im Rund des „Leipzig 1813“ Panoramas. Das Panorama kann 1 Stunde vor Beginn mit den Eintrittskarten besichtigt werden. Das Stück schildert unterhaltsam und berührend die Tage der Völkerschlacht im Erleben der betroffenen Bewohner Leipzigs und des Umlandes. Die grausame Gewalt der Schlacht wird ebenso erlebbar wie der dennoch weitergehende Alltag, in dem sogar Zeit blieb, die berühmten Kaiser und Feldherren einmal aus der Nähe zu sehen. Das Stück schlägt in Liedern, Szenen und Originaldokumenten den Bogen bis in unsere Zeit. Viele Spuren bleiben – und zum sächsischen Kriegsgeschick die Erkenntnis: „Immer off dor falschn Seite“.
Eintritt 18 € / erm. 12 € inkl. Panorama Besichtigung ab 18 Uhr

4.Mittwoch 29.10.14 18.00 Uhr Schaubühne Lindenfels
Dier mittwochsATTACke diesmal zum Thema: „PAZIFISMUS HEUTE? Ist er noch zeitgemäß?“
Auszug aus dem Flyer: „Ein amerikanischer Präsident befiehlt Bombenangriffe auf religiöse Eiferer und rettet dadurch wahrscheinlich das Leben Unschuldiger. Selbst konsequente Pazifisten kommen ins Stottern, werden sie gefragt, ob sie sich einem Einsatzbefehl von Truppen zur Befreiung – beispielsweise von Auschwitz – widersetzen würden.“ Anregungen dazu u.a. von Michael Leutert, MdB der Linkspartei.

5.Freitag 07. November 9 bis 14 Uhr Sonnabend 08.November 10 bis 16 Uhr
azubi- und studientage Messe Leipzig Eintritt frei
Auf dem Hallenplan gut sichtbar: den größten Stand stellt die Bundeswehr. Dass sollte auf keinen Fall unkommentiert bleiben, weil: KEIN WERBEN FÜRS STERBEN! Schön wäre permanente Präsenz von Kritikern, dazu braucht es aber viele Mitmacher unmd noch die eine oder andere Idee. Fühlt euch angesprochen und bringt noch jemanden mit.

Wenn es Fragen, Ergänzungen, Verbesserungen oder Anregungen gibt, immer her damit.

friedliche Grüße und bis dahin

Torsten Schleip
Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft- Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)
Vorsitzender Friedenszentrum Leipzig e.V.     Vorsitzender Friedensweg Leipzig e.V.
Kontakt:     torsten@friedensweg.de        01520- 6699079

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Friedensweg Newsletter April 2013

Liebe Friedensfreundinnen und – freunde,

vorab einen herzlichen Dank an alle aktiv Beteiligten und TeilnehmerInnen am Ostermarsch. Wir konnten unsere Anliegen persönlich und in den Medien rüberbringen und hoffen dass es wirkt. Die erneute Verhinderung eines öffentlichen Propagandaauftritts des Kriegsministers, diesmal in Berlin, ist ein Zeichen für den wachsenden Widerstand gegen die Militarisierung der Gesellschaft. Protest gegen das Feiern militärischer Großtransporte mit den verbundenen Gesundheitsschäden für Kriegsopfer und Anlieger durch Flughafen, OBM und Volga Dnepr/ SALIS war wegen der Kürze der Zeit leider nicht möglich, aber wir bleiben dran.  Ansonsten gibt es wie immer reichlich zu tun.

 

1. PM Veranstaltung zu 100 Jahre Urwaldhospital Lambarene

1913 gründete der Pazifist, Arzt und Theologe Albert Schweizer im damaligen Französisch- Äquatorialafrika als konsequente Weiterführung seiner ethischen Grundüberzeugungen ein Hospital im Dschungel Afrikas. Bereits 1914 als Elsässer mit seiner deutschen Frau unter Hausarrest gestellt, wurden beide 1917 festgenommen und in Frankreich interniert. Erst 1924 konnte Albert Schweitzer, nachdem er mit Vorträgen und Orgelkonzerten neue Gelder für sein Projekt gesammelt hatte, nach Afrika zurückkehren und das Urwaldhospital weiter ausbauen. Bei späteren Reisen warnte Schweitzer vor dem aufkommenden Nationalsozialismus und der Gefahr eines zweiten Weltkrieges. Für sein Engagement für Frieden und Völkerverständigung und gegen atomare Aufrüstung erhielt er 1952 den Friedensnobelpreis, bis 1964 leitete Schweitzer das Hospital persönlich. In Leipzig tragen die Schule für Körperbehinderte, ein Pflegeheim und eine Apotheke seinen Namen. Nach Ende der französischen Kolonialherrschaft in Gabun gelegen, beherbergt das Hospital heute nach mehreren Erweiterungen Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie und Kinder- und Jugendmedizin sowie eine Geburtsklinik und eine Malaria- Forschungsstation.

Aus Anlass des 100. Jahrestages der Hospitaleröffnung laden der Bürgerverein Musikviertel und das Friedenszentrum Leipzig am Dienstag, den 16. April 2013, um 17 Uhr zu einem Lichtbildervortrag in den Schwägrichentreff, Schwägrichenstr. 8, ein. Der Zahnarzt Eberhard Wissel wird über die Gründung, die Geschichte und die Gegenwart des größten Schweitzer- Projektes referieren.

2. MittwochsATTACke   24. April 2013 18 Uhr     Schaubühne Lindenfels

EIN TÖDLICHES GESCHÄFT – wie Kriege und Rüstung immer selbstverständlicher wieder Politik und Wirtschaft Deutschlands mitbestimmen. Vortrag von und Diskussion mit Andrea Kolling (Vorsitzende der
Bremischen Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung)
3. Bundeswehr und Stadtfest

The same procedure as last year- nix dazugelernt. Vom 07. bis 09. Juni will die Bundeswehr wieder mit Unterstützung diverser Radiosender auf dem Augustusplatz Kanonenfutter einsammeln. Da gilt es vehement, kreativ und gewaltlos etwas dagegen zu setzen. Wir sind für Ideen zu haben.

 

4. Aktion Aufschrei- Stoppt den Waffenhandel

Je näher die Wahl im September rückt, umso mehr öffentlicher Druck muss aufgebaut werden. Das begrüßenswerte Abkommen der UNO zum Waffenhandel ist zwar ein kleiner Erfolg, aber letztlich nur Kosmetik und seine Umsetzung wird auch auf sich warten lassen.

Die nächste Unterschriftensammlung zum Thema wird es wohl im Rahmen des 1. Mai geben. Aber jeder selbst kann auch privat Unterschriften sammeln, wir besorgen dann die Weiterleitung. Material ist zu finden unter www.aufschrei-waffenhandel.de. Dort u.a. für die Kampagne frei verwendbare Karikaturen von Ioan Cozacu und des Leipzigers (sic!) Schwarwel.

 

5. Völkerschlachterei

Bedenken zu der manchmal seltsamen Geschichtsauffassung der Stadt- und Spektakelverantwortlichen und der Vermarkterei hunderttausender Toter artikulieren sich zunehmend vor allem unter kreativen Menschen. Fischer- Art’s Bild, Hannes Schroths Poem, die performerisch- musikalischen Vorstellungen der Künstlerinnen- Gruppe Gedok oder die Theatercollage „Ein einzig langes Donnergebrüll“ lassen zwar hoffen, sollten aber erst der Anfang sein. Besonders beim Re-un-inactment gibt es einiges zu tun und so lange ist es ja auch nicht mehr hin. Los geht es nämlich bereits am 25. Mai mit dem Bürgerfest am Schlachte- Klotz. Da sollte sich artikuliert werden…

 

6. … und es wird Frühling

Dann ist der Sommer auch nicht mehr weit. Wer über den Leipziger Tellerrand hinausschauen möchte, hat gleich doppelt Gelegenheit:

6.1.   http://warstartsherecamp.org/                   Auf zum WarStartsHere-Camp 2013!

Vom 21. bis 29. Juli werden wir gemeinsam antimilitaristisch campen, diskutieren und Aktionen starten. Das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in der Altmark ist der modernste Militär-Übungsplatz Europas. Hier wird jetzt mit “Schnöggersburg” eine Übungsstadt gebaut, in der Bundeswehr und NATO-Armeen für weltweite Kriege und Aufstandsbekämpfung im urbanen Raum trainieren. Lasst uns an die Diskussionen und erfolgreichen Aktionen vom letzten Jahr anknüpfen:

Krieg beginnt hier, und kann hier aufgehalten werden!

6.2.      www.atomwaffenfrei.de

9.-12. August 2013  Protest vor dem Atomwaffenstandort Büchel mit Musik, gewaltfreien Aktionen, Redebeiträgen, Info- und Trainingscamps, 24-h- Blockade u.a. mit Lebenslaute               In Büchel/Südeifel sind die letzten ca. 20 in Deutschland verbliebenen Atombomben der USA stationiert. Im Koalitionsvertrag von 2009 heißt es, die Bundesregierung werde sich für den Abzug dieser Atomwaffen einsetzen. Die tatsächliche Politik der Bundesregierung aber steht dazu im krassen Widerspruch: Im Mai 2012 gab sie dem Verlangen der USA nach Modernisierung der in Büchel gelagerten Atomsprengköpfe nach – nun ist der Bau neuer Bomben geplant. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich an ihr ursprüngliches Versprechen zu halten und sich  darüber hinaus für den Verbot aller Atomwaffen einzusetzen.

Da kann es ja eigentlich losgehen. Bei Interesse oder Aktivitätsdruck zum einen oder anderem Thema – einfach fragen.

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