Stolpersteine putzen am 09. November 2015 und Gedenkstunde am HBF Denkmal

In vielen Städten in Deutschland erinnern die vom Kölner Künstler Gunter Demnig geschaffenen und vor dem letzten selbstgewählten Wohnort verlegten Stolpersteine an Opfer des Nationalsozialismus: jüdische Mitbürger und Christen, Sinti und Roma, Kommunisten und Sozialdemokraten, wegen ihrer sexuellen Orientierung Verfolgte, Deserteure und Widerständler.

Am 09. November 2015 werden unter anderem in Leipzig, Markkleeberg, Borna, Grimma, Bremen, Berlin, Jena oder Wurzen verlegten Stolpersteine aus Anlass des 77. Jahrestages der sogenannten „Reichspogromnacht“ geputzt. Die AG „kein vergeben, kein vergessen“ des Friedenszentrums Leipzig ruft alle Bürgerinnen und Bürger in der Zeit von 16:45 Uhr bis 17:15 Uhr die Stolpersteine zu putzen und damit in das gesellschaftliche Gedenken zu holen. Durch das Verlesen der Opferbiografien wird der Opfer gedacht und ihr individuelles Leiden der Anonymität einer unvorstellbaren Opferanzahl entrissen: Wir machen die Verbrechen wieder sichtbar!

In Leipzig gibt es auf dem Stadtgebiet verteilt ca. 150 Stolpersteine. Einige finden Sie an folgenden Leipziger Straßen. Fanny Chawe Feinstein Brandvorwerkstrasse 52, Berthold Levy Brandvorwerkstraße 80, Fritz Wehrmann Brandvorwerkstraße 46, Moses Moritz und Hertha Meister Tschaikowskistraße 20, Familie Sichel Gohliser Straße 18 oder Rudi Opitz Coppistraße 65.

in den letzten Jahren beteiligen sich an der Aktion „Stolperstein putzen“ viele Bürger der Städte, Schülerinnen und Schüler, Vertreter von vielen Vereinen, Verbänden und Parteien, Religionsgemeinschaften, Lokal-, Landes- und Bundespolitiker.

Die Abschlussveranstaltung des Friedenszentrums Leipzig e.V. ist ab 18.00 Uhr unter dem Motto: „Im Gedenken an alle Opfer des Naziregimes – Der Schoß ist fruchtbar noch!“an der Gedenkinstallation für alle Deportierten auf dem Leipziger Hauptbahnhof am Gleis 24 geplant. Die Gedenkinstallation beruht auf einer Initiative des Friedenszentrums und wurde ausschließlich durch Spenden vieler Leipziger Bürgerinnen und Bürger finanziert und wurde am 21. Januar 2012 feierlich eingeweiht. Die jährliche Patenschaft liegt derzeit beim Sport- und Kulturverein Roter Stern Leipzig 99 e.V.

Wir laden die Bürger und Gäste der Stadt ein, sich an jedweder Art des Gedenkens an diesem Tag zu beteiligen, die Lehren der deutschen Geschichte wach zu halten und ein Zeichen gegen das zunehmende Vergessen und Verharmlosen, gegen Faschismus, Rassismus und Intoleranz zu setzen. Refugees Welcome!

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

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