PM Tote Soldaten Juni 09

Gerade eben feierte die 13. Panzergrenadierdivision Leipzig bei einem „Festtag für Soldaten der Garnison Leipzig“ ihr Sommerbiwak mit „einem zünftigen Fassbieranstich“ und „musikalischer Untermalung durch die Combo des Wehrbereichsmusikkorps“ sowie „Knüppelkuchen und Tombola“ (www.deutschesheer.de), da konnten sie kurz darauf drei umgekommene Kameraden mit „militärischen Ehren“ auf dem Flughafen Leipzig- Halle in Empfang nehmen- im Zinksarg bzw. Leichensack. Diese waren „in einem Feuergefecht bei Kundus“ in einen Wassergraben gestürzt bzw. „gefallen“. Volles Programm also.

Nicht zufällig stammen die drei Toten aus den neuen Bundesländern: gerade hier macht sich die Bundeswehr die Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher zu Nutze, um Kanonenfutter für weltweite Kriegseinsätze zu rekrutieren. Gegen Völkerrecht, UN- Charta und Grundgesetz. Das nächste Mal bei einer  „Schultour des Zentrums für Nachwuchsgewinnung Ost“ an Leipziger Schulen vom 10. bis 14. August. Wird ja jetzt vielleicht abgeblasen.   

Wer Deutschlands Sicherheit für Geld, gute Worte und einen Blick zur Sonne am Hindukusch verteidigt (gegen die Mehrheit der Bevölkerung und unterstützt durch die Mehrheit der derzeitigen Parlamentarier), wird sich in Zukunft einen Auslandseinsatz mit damit verbundenen Risiken wie Tod oder PTBS (Posttraumatischer Belastungsstörung) hoffentlich genauer überlegen.

Im übrigen wären in der aktuellen Krise die für die Bundeswehr rausgeschmissenen

30 Milliarden Euro in einem „von Freunden umzingelten“ Deutschland sowieso besser in Bildung und Sozialleistungen investiert. Durch Erlebnisberichte heimkehrender Afghanistan- Veteranen in der Öffentlichkeit könnte sich eine Erkenntnis wieder durchsetzen, die ein 1945 vereint niedergelegtes Deutschland scheinbar begriffen hatte: „Nie wieder Krieg!“

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