PM Friedensfahrt statt Schlachtgetümmel Völkerball statt Völkerschlacht

Am Sonntag kulminiert der Völkerschlacht- Jubiläums- Rummel in der Markkleeberger Weinteichsenke mit der historischen Gefechtsdarstellung von 6000 Uniformierten unter den begeisterten Blicken von 25 000 erwarteten Besuchern (freigegeben ohne Altersbeschränkung). „Das Szenario der Gefechtsdarstellung ist verbürgt und wurde von einer wissenschaftlichen Kommission entwickelt und geprüft.“, so die Veranstalter. Fehlen werden in der Darstellung allerdings tote und sterbende Menschen und Tiere, blut- und dreckverkrustete Klamotten, abgerissene Gliedmaßen und herumliegende Körperteile, Massenvergewaltigungen, nachfolgende Seuchen und zerstörte Gemeinden. Macht auch nichts, es geht ja um ein Event wie in der unguten alten Zeit: 30 Minuten Gottesdienst, vier Stunden hauen, stechen und kartätschen und dann eine Gedenkminute. Alles im Geiste von „Versöhnung und Verständigung“ in einem vermeintlich friedlichen und geeinten Europa, während die unerwünschten Eindringlinge ins gelobte Land an den Außengrenzen absaufen.
Diese Art Geschichtsverfälschung und romantischer Verherrlichung des Militärs darf nicht unkommentiert bleiben. Mit einer Fahrradtour und anschließender friedlich- sportlicher Betätigung am Rande des Pseudo- Gemetzels wollen wir gegen diese „lebendige Geschichtsdarstellung“ protestieren.
Die Fahrraddemonstration startet um 9 Uhr am Connewitzer Kreuz (Kochstraße) und umrundet während des Aufmarschs der Zuschauer bis 12 Uhr die Gefechtsfläche mit Zwischenkundgebungen in Nähe der Haupteingänge (Rilkestraße 10 Uhr, An der Hohle 10.45 Uhr, Dösener Weg 11.30 Uhr). Im Anschluss steht eine Grünfläche an der Bornaischen Straße für die sportliche und eine attac- Veranstaltung am Schillerplatz für die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Reinactment zur Verfügung. Wir laden alle trotz medialer Überflutung kritisch Eingestellten zur Beteiligung an der Tour oder den Zwischenkundgebungen ein.
Damit im nächsten Jahr keiner auf die Idee kommt, für eine erlebbare und lebendige Geschichtsvermittlung zum „Jubiläum“ des 1. Weltkriegs tausende Kilometer Schützengräben von der Ostsee bis zur Schweizer Grenze auszuheben und Giftgas „Made in Germany“ zu horten. Oder zum 75. des 2. WK symbolisch den Sender Gleiwitz zu überfallen und die Westerplatte zu bombardieren.

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