PM: Gedenken und „Stolpersteine putzen“ zum 09. November

In vielen Städten in Deutschland erinnern die vom Kölner Künstler Gunter Demnig geschaffenen und vor dem letzten selbstgewählten Wohnort verlegten Stolpersteine an Opfer des Nationalsozialismus: jüdische Mitbürger und Christen, Sinti und Roma, Kommunisten und Sozialdemokraten, wegen ihrer sexuellen Orientierung Verfolgte, Deserteure und Widerständler.
Am 09. November werden die in Leipzig, Markkleeberg, Borna und Grimma verlegten Stolpersteine aus Anlass des 72. Jahrestages der Reichpogromnacht 1938 in der Zeit von 18 Uhr bis 18.30 Uhr geputzt und damit in das gesellschaftliche Gedenken geholt. Durch das Verlesen der Opferbiografien wird der Opfer gedacht und ihr individuelles Leiden der Anonymität einer unvorstellbaren Opferanzahl entrissen:ein Stein, ein Mensch, ein Schicksal.
An der Aktion beteiligen sich Bürger der Städte, Schülerinnen und Schüler, Vertreter von über 40 Vereinen, Verbänden und Parteien, Religionsgemeinschaften sowie Lokal-, Landes- und Bundespolitiker. Auftakt der Veranstaltung ist ab 17.00 Uhr an der Gedenkstätte in der Gottschedstraße in Leipzig.
Verwunderlich für uns ist, insbesondere angesichts des vollmundigen Lobes für das „bürgerschaftliche Engagement“ zu den Naziaufmärschen am 16. Oktober 2010, dass den Beteiligten an der Stolpersteinaktion die Teilnahme an der zentralen Gedenkveranstaltung der Stadt Leipzig (18.15 Uhr in der Gottschedstraße) verweigert wird. Wir wünschen uns eine gemeinsame Gedenkveranstaktung mit der Stadt leipzig und den obm. Unter den wie sie den Oberbürgermeistern Lehmann- Grube und Tiefensee und auch unter Burckhard Jung konnte bisher immer ein gemeinsames Gedenken realisiert werden.
Wir laden die Bürger und Gäste der Stadt ein, sich an jedweger Art des Gedenkens an diesem Tag zu beteiligen, die Lehren der deutschen Geschichte wach zu halten und ein Zeichen gegen das zunehmende Vergessen und Verharmlosen, gegen Faschismus, Rassismus und Intoleranz zu setzen.

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