Offener Brief an Leipziger Bundestagsabgeordnete

Abgeordnete des Bundestages der Region Leipzig

Betrifft: Abstimmung zur Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete des Deutschen Bundestages,

am 26.02.10 berät und beschließt der Deutsche Bundestag über eine Ausweitung des Afghanistan- Einsatzes der Bundeswehr. Als Abgeordnete der Region Leipzig tragen Sie dabei eine besondere Verantwortung: Oberst Klein, der Befehlshaber beim ISAF- Bombardement auf zwei Tanklaster in Kunduz, bei dem 147 vorwiegend zivile Opfer zu beklagen waren, ist bei der 13. Panzergrenadierdivision Leipzig stationiert.

Der Krieg in Afghanistan geht in das neunte Jahr. Die vorgeblichen Ziele dieses Krieges sind weiter denn je von einer Realisierung entfernt. Eine korrupte, wahlfälschende Regierung aus westlichen Marionetten, Warlords und Drogenhändlern kann sich nur unter massiven Einsatz ausländischer Truppen in einem Teil des Landes halten, der erneute Aufstieg der Taliban schreitet unaufhaltsam voran. Fast täglich sind Opfer von NATO- Bomben unter der Zivilbevölkerung zu beklagen. Das afghanische Volk leidet unter der Kriegsführung aller Konfliktparteien.

Nach aktuellen Umfragen lehnen über siebzig Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung(und damit auch Ihrer Wähler) den Afghanistan- Einsatz der Bundeswehr ab. Weder eine Aufstockung der NATO-Truppen noch die Afghanisierung des Krieges, weder angeblich „neue Strategien“ oder medial überhöhte Offensiven könne zu einer Lösung beitragen. Diese besteht im Gegenteil in Verhandlungen unter Einbeziehung aller Beteiligten und einem Abzugsplan für die NATO-Truppen ohne vorherige Verstärkung sowie der einer Ausweitung wirklicher ziviler Hilfe.

Wir bitten Sie, bei dieser Abstimmung wirklich nur Ihrem Gewissen zu folgen und den Einsatz zusätzlicher Soldaten anzulehnen. Diese Forderung vertraten Leipziger Friedensbewegte auch bei der Afghanistan- Demo am 20. Februar in Berlin. Das Leben afghanischer Zivilisten und deutscher Soldaten liegt auch in Ihren Händen.

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