Mahnwache an den Stolpersteinen

Vor 75 Jahren brannten deutschlandweit jüdische Synagogen, Geschäfte, Schulen und Vereinshäuser. In der Reichspogromnacht am 09. November 1938 erreichte die Verfolgung der jüdischen Mitbürger einen ersten Höhepunkt. Ein Jahr später begann der 2. Weltkrieg, kurz darauf wurde die systematische Ausrottung der europäischen Juden beschlossen. Es folgte der Holocaust mit millionenfachem Leid und Tod in den Vernichtungslagern.

In Leipzig wurden die Hauptsynagoge in der Gottschedstraße und die Ez-Chaim-Synagoge sowie das Kaufhaus Bamberger und Hertz am Augustusplatz Opfer der Flammen; die jüdische Schule, zahlreiche Geschäfte und Privatwohnungen wurden geplündert, jüdische Mitbürger im Flussbett der Parthe zusammengetrieben, der jüdische Friedhof verwüstet.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig erinnert mit seinem europaweiten Kunstprojekt „Stolpersteine“ unter dem Motto „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ an die Opfer der Nazidiktatur. Wie bereits in den vergangenen Jahren hat das Friedenszentrum Leipzig die Mahnwache an den Leipziger Stolpersteinen angemeldet. Von 17 Uhr bis 17.30 Uhr werden wir gemeinsam mit der Initiative „Stolpersteine putzen“ der Opfer der Nazi- Barbarei gedenken und deren individuellen Schicksale als Mahnung für das Heute in Erinnerung rufen. Unsererseits konnten parteiübergreifend erneut die derzeitigen beziehungsweise ehemaligen Bundestagsabgeordneten Dr. Barbara Höll (Die Linke), Monika Lazar (Bündnis 90/ Die Grünen), Dr. Thomas Feist (CDU) und Wolfgang Tiefensee (SPD) für Schirmherrschaft und Beteiligung an der Aktion gewonnen werden.

Gerade angesichts des laufenden NSU- Prozesses in München, der Diskussionen über Flüchtlingsunterbringung und Moscheebau in Leipzig und eines wieder zunehmenden Rassismus und Antisemitismus in der bundesdeutschen Gesellschaft ist es an der Zeit, mit der Teilnahme an den Veranstaltungen zum 75.Jahrestag der Pogromnacht und der Mahnwache ein persönliches Zeichen zu setzen.

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