Leipziger Friedensrundbrief September 2015

„… dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpesteter Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig glühenden Sonne und unter wankenden Gestirnen umherirren, einsam zwischen den unübersehbaren Massengräbern und den kalten Götzen der gigantischen betonklotzigen verödeten Städte, der letzte Mensch, dürr, wahnsinnig, lästernd, klagend – und seine furchtbare Klage: WARUM? wird ungehört in der Steppe verrinnen, durch die geborstenen Ruinen wehen, versickern im Schutt der Kirchen, gegen Hochbunker klatschen, in Blutlachen fallen, ungehört, antwortlos, letzter Tierschrei des letzten Tieres Mensch – all dieses wird eintreffen, morgen, morgen vielleicht, vielleicht heute nacht schon, vielleicht heute nacht, wenn – wenn – wenn ihr nicht NEIN sagt.“                                                                                            Wolfgang Borchert, Sag Nein, 1947

 

Angesichts der aktuellen politischen Lage in Stadt, Land und Welt gibt es reichlich Gründe, NEIN zu sagen. Und nicht nur im stillen Kämmerlein.

 

1. No Legida Montag 31.August        18.00 Uhr         Naturkundemuseum

 

„Nolegida – Refugees Welcome

Gegen Legida und Pegida und ihre Stimmungsmache

Für das Recht auf Asyl und die menschenwürdige Unterbringung Geflüchteter. Am Montag, 31. August ab 18 Uhr wieder eine starke Stimme sein gegen Rassismus und Ausgrenzung. Gegenkundgebung nicht an der Hainspitze, sondern wahrscheinlich auf der gegenüberliegenden Seite des Goerdelerringes vor dem Naturkundemuseum stattfinden.

https://www.facebook.com/events/1122690197759157/“

 

Die Leipziger Friedenswache trifft sich wie üblich 18 Uhr in der Petersstr./ Höhe Wiese neben Hugendubel. Da die Sammlung der Protestierenden erfahrungsgemäß immer etwas länger dauert, machen wir es kurz und schließen uns dann dem Protest an.

 

2. Weltfriedenstag Dienstag 01. September

a) 17 Uhr Gedenkstein der Deserteure Ostfriedhof

Traditionsgemäß die Gedenkveranstaltung des BdA für Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz Genaueres www.vvn-bda-leipzig.de/dateien/Veranstaltungskalender.html

 

b) 17 Uhr Nikolaikirchhof Auftaktkundgebung zur Demonstration

Erfreulicherweise gab es in diesem Jahr im Rahmen des Bündnisses „Leipzig gegen Krieg“ einen breiten Vorbereitungskreis mit vielen Beteiligten. Dank an Alle, die sich nicht nur hineinknieten, sondern sich Hals über Kopf in die Arbeit stürzten. Zum Gelingen braucht es nur noch eine entsprechende Teilnehmerzahl. Damit wir die vielen Redebeiträge zu Friedensthemen und die Orte militaristischen Ungeistes bis zu den Abendveranstaltungen schaffen, muss es pünktlich auf die Route gehen: Markt, Leuschnerplatz, Neues Rathaus, amerikanisches Generalkonsulat, Albertina. Der Leipziger Friedenspreis wird in diesem Jahr gegen 18 Uhr auf dem Markt übergeben.

 

Presserklärung, Aufruf und ein kleiner Flyer zum Weiterverteilen im Anhang.

c) Sechzehn Jahre, nachdem auf Betreiben des Sozialdemokraten und Kriegsministers Scharping und seines grünen Koalitionskollegen und Außenministers Fischer die Bundeswehr bei der Bombardierung Jugoslawiens erstmals seit 1945 wieder mitkriegen durfte, rufen diese Parteien gemeinsam mit anderen parallel zur Demonstration zu einer weiteren Kundgebung auf. Bleibt zu hoffen, dass nicht nur rückwärtsgewannt erinnert, sondern auch die aktuelle Lage hinterfragt wird. Oder ein wenig Selbstkritik laut wird. Und vielleicht sogar ein paar Antworten gegeben werden. Wir sind gespannt. Die Friedensfreundin oder der Friedensfreund haben also die Qual der Wahl, wo sie mitlaufen oder –stehen mögen.

 

d)    20 Uhr globale LE Zeitgeschichtliches Forum        Grimmaische Straße

„Im Übergang – Protokoll einer Hoffnung     BRD 1991 /DEFA / 82 min / Kurt Tetzlaff.

In Kooperation mit dem Zeitgeschichtlichen Forum. Anschließend Diskussion mit Alexander Schulz (Aktivist und Protagonist im Film) und Thomas Kachel (Friedensaktivist, Leipzig gegen Krieg).

Der Film beginnt mit der Silvesterfeier 1989/90, der ersten gemeinsamen Feier von Ost- und Westdeutschen, auf der Glienicker Brücke – jener Brücke zwischen Berlin-Wannsee und Potsdam, auf der in der Zeit des Kalten Krieges Spione ausgetauscht wurden und die zu DDR-Zeiten „Brücke der Einheit“ hieß. Mit der Vereinigungsfeier am 3. Oktober 1990 – auf eben dieser Brücke – endet der Film. Regisseur Kurt Tetzlaff gibt dem Film bewusst einen Untertitel „Protokoll einer Hoffnung“: die Hoffnung derjenigen, die im Herbst 1989 auf die Straße gingen und eine neue Gesellschaftsform einforderten. In der Entwicklung der folgenden Monate, die der Regisseur mitverfolgt, zeigt sich was aus dieser Hoffnung wird. Das knappe Jahr des Übergangs bis zur „deutschen Einheit“ in Potsdam wird in den persönlichen Erfahrungen und Reflexionen eines Jugendlichen geschildert. Neben dem Portrait des jungen Kriegsdienstverweigerers, dessen Haltung viele seiner Generation teilen, ist der Film ein wichtiges Dokument über den Prozess des Anschlusses an die kapitalistische BRD.“

http://www.globale-leipzig.de/

 

 3. amina- antimilitaristische Nachrichten radio blau        99,2 MHz

Am Mittwoch, dem 09. September, gibt es dann zwischen 18 und 19 Uhr eine Auswertung und Einschätzung des Weltfriedenstages. Einschalten und reinhören.

 

 4. Kampagne „Stopp Ramstein- kein Drohnenkrieg!“

Die weltweiten extralegalen Tötungen mit unbemannten Drohnen wären ohne die Relaisstation auf der amerikanischen Luftwaffenbasis in Ramstein nicht möglich. Die Bundesregierung wird aufgefordert, diese Verstöße gegen Völkerrecht und Grundgesetz zu unterbinden und sich bei US-Regierung und -Army für eine Beendigung einzusetzen, andernfalls das Stationierungsabkommen zu kündigen. Mensch kann sich dem Aufruf anschließen oder z.B. am Protestcamp vom 25. bis 27. September teilnehmen. Falls Bedarf nach Fahrkoordinierung besteht, einfach melden. Weiteres im Anhang.

Dann sucht euch etwas raus und bewegt euch. Wichtig nur: Sagt NEIN, wenn euch etwas nicht passt.

Ansonsten: wenn ihr noch was fragen wolltet, traut euch. Wenn ihr eigene Termine habt, her damit. Und alles kann gern komplett oder in Teilen weitergeleitet werden, wenn der Inhalt dadurch nicht verfälscht wird.

 

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