Leipziger Friedensrundbrief Oktober 014

„Ich bin doch auch gegen Terrorismus und kein Volk der Welt hat die Taliban oder die Mörderbande der Nordallianz als Herrscher verdient, aber hat man sie vorher erst bewaffnen müssen?“
„Auch kann ich der Auswahl der Bilder, mit denen ich überflutet werde nicht mehr glauben. Welche Bilder des Elends werden hinter denen des Jubels ausgeblendet? Vor einer begeisterten Truppe von Elitesoldaten prahlte Bush, dieser Krieg sei noch lange nicht zu Ende. Man stünde gerade mal am Anfang eines langen Kampfes. Und nun wird die Allianz derer, die der Welt zuerst das Böse bescheren, um sie dann davon zu befreien, bei jedem zukünftigen Krieg auf den militärischen Erfolg in Afghanistan verweisen. Ein weiterer perfekt inszenierter Mythos.“       Konstantin Wecker, Willy 4

Mal etwas Anderes zum Einstieg, Auszüge aus einer älteren Version von Konstantin Weckers Willy, mittlerrweile ist er bei Nr 7 angelangt. Die Bezeichnung der Terroristengruppen und der Name des US- Präsidenten müssten geändert werden, die Fragen sind die gleichen wie 2003. Der angesprochene militärische Erfolg in Afghanistan hat sich allerdings ins Gegenteil verkehrt. Macht nichts, die wirtschaftlichen und strategischen Ziele wurden aus Sicht der USA erreicht. Und D durfte mitmachen… Gegen die Waffenlieferung über den Flughafen Leipzig/ Halle gab es eine kleine Kundgebung auf dem Nikolaikirchhof und eine Aktion auf dem Flughafen selbst (jeweils mit kleinerem Medienecho), zu mehr fehlte leider Zeit und Kraft. Aber vieles fängt ja bekanntlich klein an…

Außerdem ein herzliches Dankeschön an alle an der Kundgebung zum Weltfriedenstag Mitwirkenden, Teilnehmenden und im Geiste Anwesenden. Die positiven und negativen Reaktionen im Nachhinein bestätigen, dass wir mit der Auswahl des Preisträgers genau richtig lagen. Die Kombination von traditioneller Veranstaltung und aktueller Friedenswache fanden wir auch gelungen.
Nun lauern gleich die nächsten Termine (Newsletter layoutet zum Download):

1.Oktober    ständig überall
Es lichtfestelt und jubiliert in der Stadt, ganz nebenbei wird die Geschichte neu interpretiert. Das sich der eine oder die andere noch erinnern kann, spielt da keine Rolle. Die herrschende Meinung ist die Meinung der Herrschenden, also z.B. die des Bundespräservativs. Der wird es dann auch vor handverlesenen Klaqueuren im Gewandhaus zum Besten geben, der Plebs kanns sichs ja auf der Videoleinwand reinziehen. Viele resignieren, schalten ab oder können es einfach nicht mehr hören. Trotzdem wenigstens symbolisch: Treff Donnerstag 09.Oktober, 18.30 Uhr, Augustusplatz, ungefähr zwischen alter Hauptpost und Commerzbank. Wie früher müssen mahnende Worte auf Schildern und Transpis selbst kreiert und hochgehalten werden. Vielleicht regt es ja zum (Nach)-Denken an.

2.Aktionskonferenz für den Frieden, Samstag, 11.10.2014, 11 – 17 Uhr Hannover
Seit längerem ja die Diskussion um alte und neue Friedensbewegung, Montagswahnmachen etc. Und die Einschätzung, das dringend etwas getan werden muss gegen das Kriegsgeschrei von Präsidenten, Ministerinnen, Hinterbänklern und Militärs. Damit es noch besser geht, der Aufruf zur Vernetzung im Anhang. Wir würden am Sonnabend 7.20 Uhr ab Hbf tief mit S- Bahn  und Wochenendticket losfahren, könnten die Veranstaltung fast vollständig besuchen und wären 20.39 Uhr wieder in Leipzig. Bei Interesse zwecks Koordination der Fahrkarte bitte kontaktieren.

3.Definitiv letztmalig die Gelegenheit, sich einen der gelungensten Beiträge zum letztjährigen Völkerschlachtgedenken anzusehen: Ein einziges langes Donnergebrüll Völkerschlacht. Leben zwischen Pulverdampf und Freiheitsmythos. Wirklich sehenswert. Die Akteure meinen:
„Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr hat das Leipziger Theaterstück zur Völkerschlacht am Gedenkwochenende dieses Jahres zwei Zusatzaufführungen – am 17. und 18. Oktober im asisi Panometer, direkt im Rund des „Leipzig 1813“ Panoramas. Das Panorama kann 1 Stunde vor Beginn mit den Eintrittskarten besichtigt werden. Das Stück schildert unterhaltsam und berührend die Tage der Völkerschlacht im Erleben der betroffenen Bewohner Leipzigs und des Umlandes. Die grausame Gewalt der Schlacht wird ebenso erlebbar wie der dennoch weitergehende Alltag, in dem sogar Zeit blieb, die berühmten Kaiser und Feldherren einmal aus der Nähe zu sehen. Das Stück schlägt in Liedern, Szenen und Originaldokumenten den Bogen bis in unsere Zeit. Viele Spuren bleiben – und zum sächsischen Kriegsgeschick die Erkenntnis: „Immer off dor falschn Seite“.
Eintritt 18 € / erm. 12 € inkl. Panorama Besichtigung ab 18 Uhr

4.Mittwoch 29.10.14 18.00 Uhr Schaubühne Lindenfels
Dier mittwochsATTACke diesmal zum Thema: „PAZIFISMUS HEUTE? Ist er noch zeitgemäß?“
Auszug aus dem Flyer: „Ein amerikanischer Präsident befiehlt Bombenangriffe auf religiöse Eiferer und rettet dadurch wahrscheinlich das Leben Unschuldiger. Selbst konsequente Pazifisten kommen ins Stottern, werden sie gefragt, ob sie sich einem Einsatzbefehl von Truppen zur Befreiung – beispielsweise von Auschwitz – widersetzen würden.“ Anregungen dazu u.a. von Michael Leutert, MdB der Linkspartei.

5.Freitag 07. November 9 bis 14 Uhr Sonnabend 08.November 10 bis 16 Uhr
azubi- und studientage Messe Leipzig Eintritt frei
Auf dem Hallenplan gut sichtbar: den größten Stand stellt die Bundeswehr. Dass sollte auf keinen Fall unkommentiert bleiben, weil: KEIN WERBEN FÜRS STERBEN! Schön wäre permanente Präsenz von Kritikern, dazu braucht es aber viele Mitmacher unmd noch die eine oder andere Idee. Fühlt euch angesprochen und bringt noch jemanden mit.

Wenn es Fragen, Ergänzungen, Verbesserungen oder Anregungen gibt, immer her damit.

friedliche Grüße und bis dahin

Torsten Schleip
Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft- Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)
Vorsitzender Friedenszentrum Leipzig e.V.     Vorsitzender Friedensweg Leipzig e.V.
Kontakt:     torsten@friedensweg.de        01520- 6699079

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