Leipziger Friedensrundbrief Mai 2014

„Ich schätze, die Leute versuchen einfach, so gut wie möglich zurechtzukommen und ihre Kinder großzuziehen, was ich selbst gern machen würde, möchte ich hinzufügen. Nimm einige Gruppen von Personen, die sich gar nicht von dir oder mir zu unterscheiden scheinen, doch wenn du sie alle zusammenbringst, bekommst du plötzlich einen delirierenden Irren mit Staatsgrenzen und einer Nationalhymne.“ Terry Pratchett,Das Weiberregiment

So bricht sie also wieder in den verschiedensten Varianten aus, die Seuche des Nationalismus. Wenn in Kürze die Fußball-WM uns ereilt, wird es wohl auch nicht besser. Obwohl man meinen sollte, dass es schlimmer nicht mehr werden kann als wenn in Europa wieder wegen nationalistisch ummäntelter Differenzen Menschen verbrannt, erschlagen oder erschossen werden, während andere Nationen ihr eigenes Schäfchen ins Trockene bringen wollen, die Auseinandersetzungen noch verschärfen oder zuschauen. Aber es gibt auch Gelegenheiten, andere Perspektiven aufzuzeigen und einzufordern.

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1. Mittwoch, 28. Mai 18 Uhr Schaubühne Lindenfels Wieder mal eine Mittwochsattacke mit friedenspolitischem Thema: Deutschland marschiert Auszug Flyer: „Bundespräsident, Regierung, konservative Politiker und Medien treten verstärkt auf, um Deutschlands Rolle in der Weltpolitik dem ökonomischen Gewicht anzugleichen – wie sie es ausdrücken. Militärische Einsätze und Kriege werden dabei ausdrücklich einbezogen. Schluss mit Zurückhaltung soll sein und der unselige bürgerlich- konservative Staat alten Schlages, in dem Kriege lediglich als Politik mit anderen Mitteln angesehen werden, steht auf der Tagesordnung. Dazu passend, wird im Inneren an Reservistenheeren gebastelt, die im Falle eines Krieges der Front den Rücken gegen kriegsunwilliges Volk frei zu halten hätten. Die Freikorps der 20er Jahre lassen grüßen. Vortrag und Diskussion von und mit Martin Kirsch“

2. Freitag, 30. Mai Der Bundesausschuss Friedensratschlag und andere rufen zu dezentralen Aktionen für Samstag, den 31. Mai auf. In Leipzig geht es etwas schneller: bereits am Freitag findet von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr auf dem Nikolaikirchhof eine Kundgebung für den Frieden statt. Mit dabei Konstantin Wecker, der sich unlängst mit einer neuen Version von „Willy“ zu Wort meldete. ( Flyer im Anhang)

3. Montag, 18 Uhr, Augustusplatz Kritisch beäugt, gnadenlos niedergemacht, euphorisch gefeiert und gründlich vereinnahmt: die neuen Montagsdemos. Trotz gerechtfertigter Kritik sollte mensch sich selbst ein Bild machen und nicht Vorschnell den medialen Einflüsterungen trauen. Am offenen Mikro kann jeder seine Meinung äußern, wenn sie der Mehrheit nicht passt, soll das auch gezeigt werden. (Aufruf zur Unterstützung )

4. 06. bis 09. Juni Sarajevo Peace Event Noch vor Beginn der ganzen offiziellen und formellen Gedenkveranstaltungen trifft sich die europäische Friedensbewegung in Sarajevo zu Kultur, Ursachenforschung und Alternativenbesprechung. Mit dabei 10 bis 15 Leute aus Leipzig und Halle. Wir haben vor vier Wochen mal bei der Stadt Leipzig und dem Partnerschaftsverein Leipzig- Travnik wegen Unterstützung angefragt, bei den einen wohlwollende Weiterleitung, bei der Stadt null Reaktion. Müssen wohl kommunalwahlkämpfen. Besonders der Transport bereitet Probleme, manche Vermieter untersagen Fahrten nach Bosnien- Herzegowina. Wer also preisgünstig einen Transporter zur Verfügung stellen könnte oder jemanden kennt oder so, bitte dringendst melden. Genaueres unter : http://www.peaceeventsarajevo2014.eu/peace-event-das-friedens-event.html

5. 06. bis 08.06. Stadtfest Leipzig Zeitgleich zum WGT auch noch Stadtfest, da ist wenigstens etwas los zu Pfingsten. Auf der im übrigen grottigen offiziellen Seite www.leipzigerstadtfest.de findet sich unter dem Programmpunkt „Alle Orte“ oder „vor der Oper“ kein Sterbenswörtchen von der Präsentation der Bundeswehr. Wäre ja zu schön um wahr zu sein, wenn die nicht rekrutieren würden. Also nicht zu früh freuen.

6. Damit es wenigstens etwas zur Freude gibt: Zu teuer: Schweizer wollen keine neuen Kampf-Flugzeuge Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 18.05.14, 18:10 In einer Volksabstimmung sprach sich eine knappe Mehrheit der Schweizer gegen den Kauf neuer Kampf-Flugzeuge aus. Gegner des Rüstungsgeschäfts sagten, die Flugzeuge seien zu teuer und für die Sicherheit der Schweiz nicht notwendig. Das Geld sei in Infrastruktur und Bildung besser angelegt. Geht doch. Unser Wirtschaftsminister redet sich dagegen heraus, an den erneut gestiegenen Waffenexporten sei die Vorgängerregierung schuld. Aber in Zukunft werde sich bla bla bla… Zur Erinnerung: die vorige Regierung wollte sich laut Kooperationsvertrag für den Abzug der amerikanischen Atombomben einsetzen. Umgesetzt wurde es nicht (wo uns US- Regierung, NSA, CIA und die Army so schöne Gelegenheiten geboten haben). Im Gegenteil: in den Haushalt der USA wurden Gelder zur Modernisierung eingestellt. Di e kann man doch dann nicht ungenutzt liegen lassen…

 

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