Leipziger Friedensrundbrief März 2015

„Ob wir den Weg des Friedens finden oder der bisherigen, unserer Zivilisation unwürdigen Weg der brutalen Gewalt weitergehen, ist in unsere Hand gegeben. Unser Schicksal wird so sein, wie wir es verdienen.“ A. Einstein ” Zur Frage der Abrüstung”

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1. Friedenswache Montag 18 Uhr Augustusplatz
Da zur Zeit eigene Veranstaltungen montags anmeldetechnisch schwierig sind, zeigen wir im Rahmen der No Legida-Proteste Gesicht auf dem Augustusplatz. Am letzten Montag mit einem Banner „Grenzen öffnen für Menschen. Grenzen schließen für Waffen“. Die Reaktionen waren allesamt positiv. Nur waren wir ziemlich Wenige, dass kann sich aber durchaus ändern.

2. Ostermarsch Sonnabend 04. April ab 10 Uhr Nikolaikirchhof  (Flyer vorne und hinten)
Im Anhang der Flyer mit der Bitte um Verbreitung. Mit dem Ostermarsch ist es wie mit Klosterfrau- Melissengeist: nie war er so wertvoll wie heute. Eier werden eh erst am Sonntag gesucht. Da steht einer Teilnahme eigentlich nichts im Wege. Nachfolgend der Aufruf zur Beteiligung an Gruppen und Vereine, der sich natürlich genauso auch an Einzelpersonen richtet. Liebe Freundinnen und Freunde des Friedens, der Leipziger Ostermarsch findet in diesem Jahr am Sonnabend, den 04.04., statt.
Von 10 bis 12 Uhr auf dem Nikolaikirchhof neben dem traditionellen Schmieden ( „Schwerter zu Sicheln“) des nunmehr 8. Leipziger Friedenspreises Redebeiträge, Texte und Musik zum Thema und die Möglichkeit der Präsentation der Vereine, Gruppen oder Personen, die sich im weiteren Sinne für ein friedlicheres Miteinander in dieser Stadt, auf diesem Kontinent oder dieser Welt einsetzen. Themen gibt es (leider zu) viele: Ukraine, Naher Osten, Atomwaffen, Krieg als Fluchtursache, Festung Europa, Aufrüstung und Auslandseinsätze der Bundeswehr; Bundeswehr an Schulen, Universitäten und Arbeitsämtern, in Kirchen und auf Stadtfesten; NATO und EU als kriegstreibende militärische Bündnisse, Rüstungsproduktion und – export, Antonows auf Leipzigs Flughafen, 100 Jahre 1. Weltkrieg, 70. Jahrestag des Kriegsendes im 2. Weltkrieg… . Da wir das alles nicht allein abdecken können und auch gar nicht wollen, brauchen wir eure Hilfe, Mitarbeit und Unterstützung sowohl bei der Vorbereitung als auch bei der Umsetzung der vielen Ideen. Egal ob Infostand, Redebeitrag oder Teilnahme, gerade in Zeiten sich zuspitzender Auseinandersetzungen und einer Vereinnahmung der Friedenssehnsucht der Menschen durch rechte Trittbrettfahrer muss ein deutliches Zeichen gesetzt werden.
Ab 12 Uhr wollen wir mit einem Stadtrundgang frei nach Brecht ( Anachronistischer Zug 2015) Vorbereiter, Schönredner und Profiteure des Krieges sowie unzeitgemäße Entwicklungen in der Gesellschaft dar- und bloßstellen. Auch hier ist eure Kreativität gefragt. Falls ihr was auch immer beitragen könnt und wollt, meldet euch einfach. Denn: „Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg.“

3. statement/ antimilitaristische nachrichten Mittwoch 11.03. und 25.03. radio blau
In den beiden März-Sendungen wird der Ostermarsch thematisch vorbereitet, da kann mensch sich schon mal einhören und sich motivieren lassen. Falls das nötig sein sollte.

4. Die Diskussion um die „neue Friedensbewegung“ beeinflusst in diesem Jahr auch die Ostermärsche. Hier eine längere Situationsanalyse von Reiner Braun, seit Jahrzehnten in der Friedensbewegung aktiv und einer der Friedenswinter-Aktivisten. Zwar von Ende Januar, trotzdem topaktuell und unbedingt lesenswert.

5. Protest und Widerstand gegen Militär und Krieg findet weltweit statt. Einer der Schwerpunkte ist der Kampf gegen zunehmende illegale Tötungen durch Drohnen. Die Bundeswehr hat ihre Pläne zur Anschaffung solcher (natürlich unbewaffneter) Tötungsmaschinen trotz Pannenserie nicht aufgegeben. In den USA gibt es aktuell Proteste gegen eine der Drohnenleitbasen in Creech/ Nevada. https://www.youtube.com/watch?v=KXX340OIimc

In der Bundesrepublik lenkt die US Air Force die Drohnen unter anderem von Ramstein aus, mit stillschweigender Zustimmung der Bundesregierung. 6. Diese Meldung hatten wir nach der medialen Vorrüstung der letzten Zeit erwartet: Taz: Die Bundeswehr soll mehr Geld bekommen. Gute Voraussetzungen: Ukraine-Konflikt und IS-Terror tangieren das subjektive Sicherheitsgefühl. Wenn in diesen Tagen Ursula von der Leyen auf den Wehretat angesprochen wird, huscht ihr verschmitztes Lächeln über das Gesicht. Die Verteidigungsministerin weiß, dass die gegenwärtige unsichere Weltlage ihr in die Hände spielt… Der Verteidigungsetat für dieses Jahr beträgt rund 32,97 Milliarden Euro. Angesichts der gewachsenen Verantwortung, die Deutschland nach Ansicht der Großen Koalition zu übernehmen habe, lässt von der Leyen keinen Zweifel an einem gehörigen finanziellen Mehrbedarf. Zur Information: in den letzten Jahrzehnten lag der Vereteidigungshaushalt in etwa bei 50 Milliarden D-Mark bzw. dann 25 Milliarden Euro. Es gab also schon still und heimlich eine Erhöhung um 30%. Das reicht unserer Kanonenursel scheint es aber noch lange nicht. Wir sind gespannt, an welchen Stellen im Sozial- und Bildungsbereich für noch mehr militärische Abenteuer gekürzt werden wird. Sage hinterher keiner, er hätte es nicht gewusst.

 

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