Leipziger Friedensrundbrief Januar 2014

Es ergab sich also die Gelegenheit, für den beschlossenen Krieg einen weiteren Grund zu finden. Nicht, das dieser Grund jemanden überzeugt hätte, aber die Leute wollen belogen werden, wenn sie schon in einem unnützen Krieg sterben sollen. Erzählung des Odysseus, in: Gisbert Haefs: Troja

Liebe Friedensfreundinnen und – freunde,

wir hoffen ihr seid alle gut im neuen Jahr angekommen und noch voll Tatendrang und guter Vorsätze den Weltfrieden betreffend. Es zeichnet sich zwar nicht ab, dass es in diesem Jahr wesentlich besser wird, wir sollten uns aber auch nicht entmutigen lassen. Die Charmeoffensive der neuen Kriegsministerin zeigt deutlich, wohin die Reise gehen soll: die Bundeswehr ist ein normal guter Arbeitgeber und Kriege müssen halt geführt werden, sonst rostet der teure Waffenkram sinnlos vor sich hin. Dieser Normalisierung des Militärischen gilt es entgegenzutreten. Hier schon mal ein erstes nachvollziehbares Argument: „ 32,8 Mrd. Euro will die Bundesregierung laut ihres ersten Entwurfs zum Haushalt im nächsten Jahr (also 2014) für Rüstung ausgeben. Damit hat der Militäretat nach Jahren der Drittplatzierung dem Schuldendienst als dem zweitgrößten Ausgabeposten den Rang abgelaufen. Die Ausgaben für Bildung, Gesundheit, Infrastruktur bleiben weit dahinter zurück. Zum ersten Mal übersteigen die Ausgaben für das Militär die Arbeitsmarktausgaben des Bundes. Der Rückbau des Sozialstaates macht Platz für den Aufbau Deutschlands zur Militärmacht in Europa. Ein erschreckende Entwicklung!“ ( Gesine Lötzsch, MdB Die Linke, Newsletter Dezember 2013). Toller gemeinsamer Erfolg von Christdemagogen und Spezialdemokraten.
Und damit zu den Terminen und Aufgaben.

1. 27. Januar Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
a) 17 bis 17.45 Uhr Gedenkinstallation für alle Deportierten Hauptbahnhof, Gleis 24

Als Teil der vielen Veranstaltungen wollen wir an der Gedenkinstallation an die Opfer erinnern und dabei den Blick auf das hier und heute nicht vergessen. Gerade angesichts der aktuellen Zustände (NSU- Prozess, Fremdenhass, Antisemitismus und –islamismus) müssen Geschichte und Gegenwart verbunden werden. Und da ist Gleis 24 genau der richtige Ort.

b) 18 bis 18.30 Uhr Stolpersteine für Familie Landsberg Nikolaistr. 31

Ende Dezember wurden die Stolpersteine für die Familie Kralowitz in der Fregestraße entwendet. Nach der wiederholten Zerstörung der Gedenktafeln in der Kamenzer Straße eine neue Stufe des politisch motivierten Vandalismus. Mit einer Mahnwache in der Innenstadt wollen wir auf diese Schändung hinweisen und Spenden zur Wiedereinsetzung und für weitere Stolpersteine sammeln.

2. 31. Januar Mittelschule am Adler

Gemeinsam mit attac wird sich die Friedensbewegung den älteren Jahrgängen im Rahmen eines Projektes präsentieren. Themen sind die Globalisierung, die Auslandseinsätze der Bundeswehr und deren Rekrutierungsbemühungen, Flüchtlingsabwehr und alles, was die Schülerinnen und Schüler schon immer mal wissen wollten. Ein kleiner Schritt zu ausgewogener Information und Meinungspluralismus an Leipziger Schulen. Wenn sich schon keine zur bundeswehrfreien Zone erklärt…

3. 1914- 2014 100 Jahre 1. Weltkrieg
Vieles kündigt sich an: dutzende Kongresse der verschiedensten Akteure, thematische Ostermarsch- und Weltfriedenstagaktivitäten, ein Jugendcamp in Sarajevo zu Pfingsten, eine Stern- Friedensfahrradtour mit Ziel Berlin im August…
Wenn man die Aufarbeitung, Kommentierung und historische Einordnung der Völkerschlacht im letzten Jahr als Maßstab nimmt, wird die Geschichte wieder ziemlich zurechtgebogen werden. Falls Interesse an kritischer Auseinandersetzung besteht, einige Ideen sind schon da. Nur müssen sie eben umgesetzt werden. Dann jährt sich in diesem Jahr auch noch der Beginn des 2. Weltkrieges zum 75. Mal…

Also: Macht mit, kommt vorbei, bringt euch ein und gebt es weiter.

friedliche Grüße
Torsten
torsten@friedensweg.de

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