Kein Werben fürs Sterben!

Die Bundeswehr will in diesem Jahr massiv auf dem Leipziger Stadtfest werben. Die Friedensbewegung hat dazu aufgerufen sich dem entgegenzustellen: Kein Werben fürs Sterben! “(….) Eine Mahnwache mit Infoständen ist am Freitag 01.06. von 16:30 bis 19:00 Uhr und Sonnabend 02.06. von 10:00 bis 17:00 Uhr am Zugang zum Bundeswehrparcours angemeldet (….) zur Eröffnung und bei den angekündigten Höhepunkten wie Freitag ab 18.00 Uhr „Startschuss für die Finalisten-Auswahl und später “feierliche Kürung“ der besten 4 Kandidaten durch den ENERGY Moderator auf der Bühne“ sollten wir unseren Protest unüberseh- und – hörbar zum Ausdruck bringen.” Ort: Augustusplatz.

Kein Werben fürs Sterben!

Nach Aussetzung der Wehrpflicht sucht die Bundeswehr händeringend nach Kanonenfutter. Dazu werden bisherige Werbemaßnahmen massiv ausgeweitet: Präsenz in Schulen, Universitäten, Arbeitsämtern, auf Messen, Ausstellungen oder eben auch Stadtfesten. Die Gründe sind vielfältig: bisherige Bewerber sind oftmals ungeeignet oder quittieren den Dienst nach wenigen Wochen, Soldaten verweigern die Teilnahme an Auslandseinsätzen, die Akzeptanz einer steuerfinanzierten Privatarmee nimmt trotz medialer Berieselung immer mehr ab.

Nachdem auf dem Leipziger Stadtfest jahrelang Ruhe herrschte, wird jetzt umso vehementer nachgelegt. Mit selten dämlicher Unterstützung durch radio energy werden die Ausbildung für Krieg und Tod und Auslandseinsätze verharmlost und zum Freizeitspaß hochstilisiert: „…versuche dich im 10 Meter hohen Klettergarten. Am Stuntkissen und in der Air Power Arena wirst du zum furchtlosen Fallschirmspringer. Aber Vorsicht! Nichts für Warmduscher. “Hauptsache es dient dem schlechten Zweck: „Die Fähigkeiten, die zur Bewältigung der angebotenen Module nötig sind, werden auch bei der Truppe gebraucht.“

 

Da hüpft die Katze aus dem Sack: die Bundeswehr braucht risikobereite Stuntman und Kletterer, Ballermänner und –frauen können schon mal mit Farbbeuteln üben und demnächst werden die Taliban per Segway durch den Hindukusch getrieben.

Schöne neue Söldnerwelt. Nur gibt es da leider so etwas wie das Grundgesetz, Artikel 87a (2): „ Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zuläßt.“ Im GG der FDGO steht aber weder ausdrücklich noch überhaupt etwas von Afghanistan, Kosovo, Bosnien, Kongo, Somalia, Horn von Afrika, Libyen, Syrien… Da wäre es besser, die Bundeswehr würde zu Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS), zur Hinterbliebenenversorgung oder über die wirklichen Interessen ihrer Einsätze informieren. Damit keiner das Mordsevent stört, greift die „Leipziger Freiheit“: Leipzigs Tourismus und Marketing GmbH vergibt die Stadtspiele an die Bernd Hochmuth Veranstaltungsmanagement e K (Eisernes Kreuz?) und lässt vertraglich sicherstellen, dass politisch unliebsame und ungewollte Äußerungen von der Teilnahme ausgeschlossen werden. Da die Bundeswehr (steuermittel-) zahlender Gast ist, wird sie selbstredend herzlichst willkommen geheißen. Pecunia non olet. Um der zunehmenden Militarisierung der bundesdeutschen Gesellschaft etwas entgegenzusetzen, protestieren wir Leipziger Friedensbewegten gegen die Bundeswehrpräsenz und fordern: Leipziger Stadtfest ohne Bundeswehr ! Bundeswehr abschaffen !

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