Friedensweg Newsletter April 2013

Liebe Friedensfreundinnen und – freunde,

vorab einen herzlichen Dank an alle aktiv Beteiligten und TeilnehmerInnen am Ostermarsch. Wir konnten unsere Anliegen persönlich und in den Medien rüberbringen und hoffen dass es wirkt. Die erneute Verhinderung eines öffentlichen Propagandaauftritts des Kriegsministers, diesmal in Berlin, ist ein Zeichen für den wachsenden Widerstand gegen die Militarisierung der Gesellschaft. Protest gegen das Feiern militärischer Großtransporte mit den verbundenen Gesundheitsschäden für Kriegsopfer und Anlieger durch Flughafen, OBM und Volga Dnepr/ SALIS war wegen der Kürze der Zeit leider nicht möglich, aber wir bleiben dran.  Ansonsten gibt es wie immer reichlich zu tun.

 

1. PM Veranstaltung zu 100 Jahre Urwaldhospital Lambarene

1913 gründete der Pazifist, Arzt und Theologe Albert Schweizer im damaligen Französisch- Äquatorialafrika als konsequente Weiterführung seiner ethischen Grundüberzeugungen ein Hospital im Dschungel Afrikas. Bereits 1914 als Elsässer mit seiner deutschen Frau unter Hausarrest gestellt, wurden beide 1917 festgenommen und in Frankreich interniert. Erst 1924 konnte Albert Schweitzer, nachdem er mit Vorträgen und Orgelkonzerten neue Gelder für sein Projekt gesammelt hatte, nach Afrika zurückkehren und das Urwaldhospital weiter ausbauen. Bei späteren Reisen warnte Schweitzer vor dem aufkommenden Nationalsozialismus und der Gefahr eines zweiten Weltkrieges. Für sein Engagement für Frieden und Völkerverständigung und gegen atomare Aufrüstung erhielt er 1952 den Friedensnobelpreis, bis 1964 leitete Schweitzer das Hospital persönlich. In Leipzig tragen die Schule für Körperbehinderte, ein Pflegeheim und eine Apotheke seinen Namen. Nach Ende der französischen Kolonialherrschaft in Gabun gelegen, beherbergt das Hospital heute nach mehreren Erweiterungen Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie und Kinder- und Jugendmedizin sowie eine Geburtsklinik und eine Malaria- Forschungsstation.

Aus Anlass des 100. Jahrestages der Hospitaleröffnung laden der Bürgerverein Musikviertel und das Friedenszentrum Leipzig am Dienstag, den 16. April 2013, um 17 Uhr zu einem Lichtbildervortrag in den Schwägrichentreff, Schwägrichenstr. 8, ein. Der Zahnarzt Eberhard Wissel wird über die Gründung, die Geschichte und die Gegenwart des größten Schweitzer- Projektes referieren.

2. MittwochsATTACke   24. April 2013 18 Uhr     Schaubühne Lindenfels

EIN TÖDLICHES GESCHÄFT – wie Kriege und Rüstung immer selbstverständlicher wieder Politik und Wirtschaft Deutschlands mitbestimmen. Vortrag von und Diskussion mit Andrea Kolling (Vorsitzende der
Bremischen Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung)
3. Bundeswehr und Stadtfest

The same procedure as last year- nix dazugelernt. Vom 07. bis 09. Juni will die Bundeswehr wieder mit Unterstützung diverser Radiosender auf dem Augustusplatz Kanonenfutter einsammeln. Da gilt es vehement, kreativ und gewaltlos etwas dagegen zu setzen. Wir sind für Ideen zu haben.

 

4. Aktion Aufschrei- Stoppt den Waffenhandel

Je näher die Wahl im September rückt, umso mehr öffentlicher Druck muss aufgebaut werden. Das begrüßenswerte Abkommen der UNO zum Waffenhandel ist zwar ein kleiner Erfolg, aber letztlich nur Kosmetik und seine Umsetzung wird auch auf sich warten lassen.

Die nächste Unterschriftensammlung zum Thema wird es wohl im Rahmen des 1. Mai geben. Aber jeder selbst kann auch privat Unterschriften sammeln, wir besorgen dann die Weiterleitung. Material ist zu finden unter www.aufschrei-waffenhandel.de. Dort u.a. für die Kampagne frei verwendbare Karikaturen von Ioan Cozacu und des Leipzigers (sic!) Schwarwel.

 

5. Völkerschlachterei

Bedenken zu der manchmal seltsamen Geschichtsauffassung der Stadt- und Spektakelverantwortlichen und der Vermarkterei hunderttausender Toter artikulieren sich zunehmend vor allem unter kreativen Menschen. Fischer- Art’s Bild, Hannes Schroths Poem, die performerisch- musikalischen Vorstellungen der Künstlerinnen- Gruppe Gedok oder die Theatercollage „Ein einzig langes Donnergebrüll“ lassen zwar hoffen, sollten aber erst der Anfang sein. Besonders beim Re-un-inactment gibt es einiges zu tun und so lange ist es ja auch nicht mehr hin. Los geht es nämlich bereits am 25. Mai mit dem Bürgerfest am Schlachte- Klotz. Da sollte sich artikuliert werden…

 

6. … und es wird Frühling

Dann ist der Sommer auch nicht mehr weit. Wer über den Leipziger Tellerrand hinausschauen möchte, hat gleich doppelt Gelegenheit:

6.1.   http://warstartsherecamp.org/                   Auf zum WarStartsHere-Camp 2013!

Vom 21. bis 29. Juli werden wir gemeinsam antimilitaristisch campen, diskutieren und Aktionen starten. Das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in der Altmark ist der modernste Militär-Übungsplatz Europas. Hier wird jetzt mit “Schnöggersburg” eine Übungsstadt gebaut, in der Bundeswehr und NATO-Armeen für weltweite Kriege und Aufstandsbekämpfung im urbanen Raum trainieren. Lasst uns an die Diskussionen und erfolgreichen Aktionen vom letzten Jahr anknüpfen:

Krieg beginnt hier, und kann hier aufgehalten werden!

6.2.      www.atomwaffenfrei.de

9.-12. August 2013  Protest vor dem Atomwaffenstandort Büchel mit Musik, gewaltfreien Aktionen, Redebeiträgen, Info- und Trainingscamps, 24-h- Blockade u.a. mit Lebenslaute               In Büchel/Südeifel sind die letzten ca. 20 in Deutschland verbliebenen Atombomben der USA stationiert. Im Koalitionsvertrag von 2009 heißt es, die Bundesregierung werde sich für den Abzug dieser Atomwaffen einsetzen. Die tatsächliche Politik der Bundesregierung aber steht dazu im krassen Widerspruch: Im Mai 2012 gab sie dem Verlangen der USA nach Modernisierung der in Büchel gelagerten Atomsprengköpfe nach – nun ist der Bau neuer Bomben geplant. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich an ihr ursprüngliches Versprechen zu halten und sich  darüber hinaus für den Verbot aller Atomwaffen einzusetzen.

Da kann es ja eigentlich losgehen. Bei Interesse oder Aktivitätsdruck zum einen oder anderem Thema – einfach fragen.

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