Kategorien-Archiv: Ostermarsch

Ostermärsche der Friedensbewegung auch in Leipzig

Der eskalierende Bürger- und Stellvertreter-Krieg in Syrien, der Konflikt um Nordkorea, die Lage in der Ukraine, in Afghanistan, im Irak oder im Jemen, die zunehmende terroristische Bedrohung und die durch Krieg und Verelendung ausgelöste Migration zeigen: militärisches und neoliberales Denken verschärfen die aktuellen Probleme der Menschheit. Noch mehr Waffen, mehr Soldaten und mehr Geld für Rüstung müssen durch Kürzungen bei Rentnern sowie im Bildungs- und Sozialbereich refinanziert werden. Auch wenn die Regierungsparteien in Wahlkampfzeiten beschwichtigen und abwiegeln, spätestens ab September wird die Rechnung für die zunehmende Militarisierung präsentiert werden.

Seit 1959 demonstrieren Bürgerinnen und Bürger in der BRD zu Ostern gegen atomare Bedrohung, gegen deutsche Rüstungsexporte oder Auslandseinsätze der Bundeswehr. Vor 25 Jahren gab es den ersten dreitägigen Leipziger Fahrradostermarsch von Leipzig nach Dresden. Bis 2001 mit bis zu 200 radelnden Teilnehmenden in die OFFENe und FREIe HEIDe, nach Berlin, Schneeberg, Buchenwald oder Usti nad Labem.

Die diesjährige Veranstaltung zu den Ostermärschen findet in Leipzig am 15. April ab 10 Uhr auf dem Nikolaikirchhof statt. Redebeiträge u.a. der LINKE- Direktkandidatin Franziska Riekewald sowie von Vertretern von attac, der BI „Gute Nachbarschaft mit Russland“ sowie der Deutschen Friedensgesellschaft- Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen sprechen aktuelle friedenspolitische Themen an, diverse Initiativen präsentieren sich mit Infoständen. Traditionsgemäß wird ein Schwert zu einer Sichel umgeschmiedet, die zum Weltfriedenstag als Leipziger Friedenspreis vergeben wird.

Ab 12 Uhr führt ein Osterspaziergang durch die Leipziger Innenstadt vorbei am Bundeswehr- Rekrutierungsbüro zur Thomaskirche. Anschließend geht es mit dem Fahrrad über das in der General-  Olbricht- Kaserne stationierte Ausbildungskommando des Heeres zum militärisch und zur Flüchtlings- Abschiebung genutzten Flughafen Halle- Leipzig. Die Abschlusskundgebung des Leipziger Ostermarsches beginnt 14.30 Uhr auf der Wiese gegenüber dem Terminal statt.

Wir laden die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und der Region ein, gemeinsam ein Zeichen gegen weltweite Kriege und europäische Aufrüstung zu setzen.

 Abrüstung statt Sozialabbau!

Auslandseinsätze beenden! Keine Bundeswehr im Inneren!

Bundeswehr raus aus Schulen und Universitäten!

Nein zum Kriegsflughafen! Zivil-militärische Zusammenarbeit beenden!

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Leipziger Friedensrundbrief April 2016

… der Krieg hat seinen eignen gut geschmierten Mechanismus, der selbsttätig läuft; der Frieden hängt noch immer von dem guten Willen der Menschen ab.                                                                  Carl von Ossietzky, Der Fall Völkerbund

DIE Gelegenheit, den guten Willen für den Frieden zu beweisen, ist im April natürlich der Ostermarsch. Seit 1959 mit guten und weniger guten Jahren in den alten Bundesländern, seit der Wende auch im Anschlussgebiet. Mit einem kleinen Jubiläum: vor 25 Jahren gab es den ersten dreitägigen Leipziger Fahrradostermarsch nach Dresden. Später mit bis zu 200 radelnden Teilnehmenden in die OFFENe und FREIe HEIDe, nach Berlin, Schneeberg, Buchenwald oder Usti nad Labem. Da sollte mensch es dieses Mal wenigstens in die Innenstadt schaffen. Oder zum Kriegsflughafen. Muss ja nicht mit Fahrrad sein- kann aber.

Ostersonnabend                     15. April                      10 Uhr             Nikolaikirchhof

Auf dem Platz Infostände der verschiedensten Initiativen, Redebeiträge zu allgemeinen und speziellen Aspekten der Problematik Krieg und Frieden u.a. von der LINKE- Direktkandidatin im Leipziger Norden, Franziska Riekewald, Mike Nagler von attac, Hannes Schroth von der „BI Gute Nachbarschaft mit Russland“ sowie dem Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft- Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen und Sprecher der Kooperation für den Frieden. Musikalisch begleitet von Hisztory und dem Chor Kalinka.

Erneut wird aus einem Schwert die Sichel des Leipziger Friedenspreises geschmiedet und nach dem Ende der Stallpflicht können auch die fliegenden Friedenssymbole wieder starten.

12 – 13 Uhr                             Innenstadt

Als Marschbeitrag gibt es eine kleine Runde über den Markt zur Thomaskirche mit einer Zwischenkundgebung zu den Themen „Militarisierung der Jugend“ und „Zivilklausel“, passenderweise in der Nähe des Standortes, wo die Bundeswehr fürs Töten und Sterben rekrutiert.

13 Uhr             Thomasgasse             Fahrradtour zum Kriegsflughafen

Da der mit unseren Steuergeldern subventionierte Flughafen weiterhin als Antonow-Stützpunkt und Kriegsgerät- Umschlagplatz sowie zunehmend als Abschiebeflughafen für die vor den Kriegen der Welt Geflüchteten dient, wollen wir auch da den Finger in die Wunde legen. Und bei der Gelegenheit an der General Klein- Olbricht- Kaserne, die nach dem Auszug der 13. Panzergrenadierdivision das Ausbildunskommando des Heeres beherbergt, vorbeischauen. Wer nicht aufs Fahrrad will oder kann, den bringt die S- Bahn ab 12:53, 13.23 oder 13:53 Uhr vom Leipziger Hauptbahnhof (tief) oder drei Minuten früher von der Haltestelle Markt in einer guten Viertel Stunde an den Ort der Abschlusskundgebung. Und später auch wieder zurück. Dann mal los. Und es kann natürlich fleißig weiterverteil werden.

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Leipziger Friedensrundbrief März 2017

„Weißt du, worum es bei der militärischen Ausbildung hauptsächlich geht, Perks?“ fuhr er fort. „Bei all dem Geschrei von Schindern wie Strappi? Es soll dich zu einem Mann machen, der auf Befehl seine Klinge in einen anderen armen Kerl stößt, der zufälligerweise die falsche Uniform trägt. Er ist wie du, du bist wie er. Er will dich eigentlich gar nicht töten, genauso wenig wie du ihn.“
Terry Pratchett, „Weiberregiment“

Aktuell könnte mensch noch hinzufügen: es geht bei der militärischen Ausbildung auch um Mobbing, sexuelle Belästigung, Demütigung und Nötigung sowie Volksverhetzung. Gelernt ist gelernt. Ansonsten ein Gedankenspiel: wir stellen uns mal vor, der Putin würde mit Vehemenz die Nazi-Keule schwingen. Zeter und Mordio, Sanktionen, Ultimaten, Kriegserklärung… Aber wenns ein NATO-Partner ist, da sind wir mal nicht so. Wäre aber ganz einfach: Bundeswehr zurückholen, Atombomben aus Incirlik raus, Geldhahn zudrehen, keine Waffenlieferungen mehr, NATO- Mitgliedschaft aussetzen. Da würde der Sultan aber staunen…

 

Damit widmen wir uns den lokalen Highlights.

  1. Buchmesse: „Eiszeit“ Liebknecht-Haus Leipzig, Braustraße 15 24.03.               18 Uhr

 Wegen Informations-Überflutung kann eh nicht annähernd besucht werden, was einen interessieren würde.

Aus der Überfülle des Angebots nur eine Anregung. Ansonsten: Buchmesse- Bildungs- Urlaub für alle.

„Die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sind gegenwärtig auf einem Tiefpunkt. Putin muss in der Politik und den Medien für alles herhalten – den Wahlsieg Trumps, die Verschärfung der Situation in der Ostukraine, den Bürgerkrieg in Syrien und die Aufrüstung in der NATO. In ihrem Buch „Eiszeit“ decken der Bundestagsabgeordnete der Linken, Wolfgang Gehrcke, und die bekannte Publizistin und politische Aktivistin Christiane Reymann, die wahren Hintergründe dieser Entwicklung auf, schreiben über gebrochene Versprechen, wirkungslose Sanktionen, Interessen und Ansprüche beider Seiten in der Welt, aber auch darüber, wie „Volksdiplomatie“ das Eis zwischen beiden Staaten von unten aufbrechen kann.“

Auf Volksdemokratie bin ich sehr gespannt.

  1. Friedenswache Kleiner Wilhelm- Leuschner- Platz 03. April                      18 Uhr

 Ab nächsten Montag geschieht Historisches: bei der UNO wird über ein Verbot von Atomwaffen verhandelt. Deutschland macht nicht mit, wir wollen ja selber welche. Sonst nimmt uns Erdogan nicht ernst. Oder Kim Jong Un. Oder Putin. Parallel startet die Aktionspräsenz in Büchel: 20 Bomben, 20 Wochen. Da die Beteiligung im März ziemlich dünn war, tischen wir das Thema zur nächsten Friedenswache erneut auf. Um den Ostermarsch geht es natürlich auch. Sowieso bei der anschließenden Vorbereitung:

  1. Leipzig gegen Krieg Braustr. 15/ Volkshaus 03. April                      19.30 Uhr
  1. Ostermarsch 2017 Nikolaikirchhof 15. April                      ab 10 Uhr

Aufruf zum Leipziger Ostermarsch 2017… Also wieder Ostermarsch. Grobablauf: 10 bis 12 Nikolaikirchhof mit Schmiede-Aktion,

12 bis 13 Stadtgang, 13 bis 15 Fahrradtour zum Flughafen Leipzig- Halle mit Abschlusskundgebung. Panta rhei. Auch wenn sich vieles noch ändert, der Aufruf ist fertig und im Anhang. Wer als Einzelperson oder gar Gruppe unterstützen möchte, kurze Nachricht an webmaster@leipzig-gegen-krieg.de Genaueres zum Ablauf dann im nächsten Rundbrief oder unter leipzig-gegen-krieg.de. Und wie üblich: bringt jemanden mit

 

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Leipziger Friedensrundbrief März 2016

  1. Bürger: „Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen, als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, wenn hinten, weit in der Türkei, die Völker aufeinanderschlagen. Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus, und sieht den Fluss hinab die bunten Schiffe gleiten; dann kehrt man abends froh nach Haus und segnet Fried und Friedenszeiten.“ 2. Bürger: „Herr Nachbar, ja! so lass ichs auch geschehn; sie mögen sich die Köpfe spalten, mag alles durcheinandergehn; doch nur zu Hause bleibs beim alten!“

J.W. Goethe, Faust I, Osterspaziergang

In einer globalisierten Welt wird es trotz geschlossener Balkanroute nichts mit der Ruhe im trauten Heim, beim alten bleibt es auch nicht länger. Wir können uns den Folgen einer verfehlten Politik von Bundesregierung, NATO und EU nicht mehr entziehen und seelenruhig zusehen, wie sich die anderen in Stellvertreterkriegen zum Wohle der Rüstungsindustrie die Köpfe spalten. Dann sollte auch der Osterspaziergang etwas kämpferischer ausfallen. Deswegen:

  1. Ostermarsch in Leipzig Sonnabend 26.03.              10 Uhr             Nikolaikirchhof

Musikalische Unterstützung gibt es in diesem Jahr von Nadine Maria Schmidt und ALLE. Redebeiträge von Jule Nagel, Thomas Kachel, der SDAJ, attac und weiteren. Themen gibt es bei den aktuellen Kriegen und ihren Folgen ohne Ende. Parallel als kleiner Beitrag zur Konversion das Schmieden des Leipziger Friedenspreises. Die Bundeswehr hatte leider wieder keinen Panzer zum Verschrotten übrig, deshalb die beinahe biblische Variante mit dem Schwert und der Sichel. Ab 12 Uhr wird sich wieder die Adaption des Anachronistischen Zugs durch die Innenstadt wälzen, der Bürger soll ja visuell etwas geboten kriegen, damit er ins Grübeln kommt. Im Anhang der Flyer gern auch zum Weitergeben sowie der gemeinsame Aufruf der Kooperation für den Frieden und des Bundesausschuss Friedensratschlag. Wetter soll auch super werden, da muß man sich als Ausrede schon etwas einfallen lassen.

  1. Ostermarsch im Zeitzer Forst Montag 28.03.   14 Uhr        Lonzig/ Waldparkplatz

Wer es am Sonnabend echt nicht schafft, für den gibt es ganz in der Nähe am Ostermontag die Gelegenheit:

„Auf zum Ostermarsch in den Zeitzer Forst am 28. März 2016! Wir setzen Ostern ein Zeichen für eine andere Politik! Wir fordern Frieden, Abrüstung und eine internationale Solidarität.“ Aufgerufen hat die Friedensinitiatve Gera, warum wieso weshalb genauer unter http://www.kein-schuss-im-zeitzer-forst.de/

  1. Ostermarsch und 247. Friedensweg in der OFFENen HEIDe Montag 5 vor 12 Haldensleben

Wer statt im Süden lieber im Norden unterwegs ist, kommt auch nicht drumrum. Könnte sogar eine Radtour von Magdeburg nach Halsdensleben unternehmen. Genaueres unter: www.offeneheide.de

  1. eins, zwei, viele Ostermärsche

Immer noch nichts gefunden? Ganz woanders unterwegs? Hilft alles nichts:

http://www.ostermarsch-info.de/

Dann mal raus auf die Straße mit euch

 

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„Wer durch des Argwohns Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut.“ W. Busch (1832- 1908)

Was anderes als die Rückbesinnung auf die Klassiker fällt einem angesichts der nicht nur innerhalb der Friedensbewegung tobenden aktuellen Debatte zu den von den vorgeblich Guten vorgebrachten „Argumenten“ nicht mehr ein. Leute, die Montagsmahnwachen aus der Distanz (wahrscheinlich hinter einem der Augustusplatz- Milchtöpfe versteckt) kritisch begleiten und sich im Besitz der einzigen reinen Wahrheit wähnen. Wärt ihr mal aus der Distanz hervorgekommen und hättet im Sinne der bereits im Mai 14 erfolgten Abgrenzung nach Rechts (Anhang 1) diejenigen unterstützt, die dafür sorgten, dass es ab Juni zwei getrennte Mahnwachen in Leipzig gab. Wie in anderen Städten auch. Damit zu den wichtigen Dingen (Newsletter layoutet zum Download):

1. Ostermarsch Sonnabend 04. April ab 10 Uhr Nikolaikirchhof Falls ihr angesichts des rauen Windes und der tiefen Temperaturen noch ein bischen Motivation für den Sonnabend braucht, in Anhang 2 die PE zum Leipziger Ostermarsch. Ich weiß, braucht keiner, aber trotzdem. Warm anziehen zählt beim folgenden Anachronistischen Zug 2015 übrigens als Requisite und nicht als Vermummung.

2. Schneeblumengedenkweg Montag 13. April ab 19 Uhr Von Markkleeberg (Am Wolfswinkel/ Ecke Equipagenweg) zur „Scheune“ Stötteritz „Flügelschlag Werkbühne Leipzig und die Notenspur Leipzig veranstalten den ersten „Schneeblumen”-Gedenkweg. Es handelt sich um eine Veranstaltung zum Gedenken an den 70. Jahrestag des schrecklichen Marsches, den 1500 Frauen am 13. April 1945 vom KZ Markkleeberg in Richtung Tschechien gehen mussten. Während der ca. dreistündigen Veranstaltung werden wir den ersten Teil der Strecke, achteinhalb Kilometer, gemeinsam mit den Besuchern ablaufen. An verschiedenen Stationen wird es Musik- und Wortbeiträge geben.“ Genaueres: http://notenspur-leipzig.de/index.php?id=444&tx_ttnews[tt_news]=253&cHash=fd56e1b89cc94265b4020ef929d587bb

3. Friedenspolitik heute Freitag 10. April 19:00 Uhr Braustraße 15 Damit endlich mal öffentlich ruchbar wird, mit was für seltsamen und obskuren Verbündeten wir des Abends so rumhängen, die Einladung zur Veranstaltung „Friedenspolitik heute- Die neue Welt(un)ordnung und ihre Konsequenzen für eine linke Außenpolitik“ in Anhang 3.

4. Friedensradfahrt zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Fasschismus 29. April bis 08. Mai Magdeburg- Dessau- Leipzig- Wittenberg- Potsdam- Berlin Wer echt genug hat vom rumsitzen oder – stehen und wen es drängt, mal so richtig in die Pedalen zu treten, dem sei die Tour von Konny und den Freunden von Bike for Peace and New Energies e. V. (dann auch temperaturmäßig) wärmstens empfohlen. Und keine falsche Scheu, so lang sind die einzelnen Etappen nicht und in der größen Not gibt es einen Besenwagen. Friedensarbeit kann auch Spaß machen. Weiter unter: www.bikeforpeace.net

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PE: Es gibt keinen Weg zum Frieden – der Frieden ist der Weg!

Nach Angaben der IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung) forderte der sogenannte Krieg gegen den Terror weltweit über eine Million Todesopfer. Opfer eines Krieges, der mit finanzieller und logistischer Unterstützung vormals westlicher Bündnispartner wie Taliban, Al Quaida oder IS selbst inszeniert wurde: in Afghanistan, im Irak, in Syrien, in Libyen…

Entgegen den Vereinbarungen zum Ende des Kalten Krieges wurde der Herrschafts-bereich der NATO bis an die Grenzen Russlands ausgedehnt, dass damit seine Rolle als Weltmacht gefährdet sieht. Derzeit herrscht in der Ostukraine trügerische Ruhe, die Lage kann aber jederzeit durch politisches Fehlverhalten oder gezielte Provokationen beider Seiten eskalieren. Opfer war und ist in jedem Fall die Zivilbevölkerung.

In Deutschland ist die Transformation der Bundeswehr zur weltweit einsetzbaren Interventionsarmee politisch parlementarisch und medial umgesetzt- gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung. Die strukturelle Unfähigkeit einer ehemaligen Parlamentsarmee soll mit massiven Investitionen in neue Waffen und Rekrutierungsanreize überwunden werden- zwei Milliarden Euro pro Jahr bis 2019. Dabei wurde der Kriegsetat seit 2001 bereits um 35% erhöht- Zuwachsraten, von denen Arbeitnehmer, Rentner oder Hartz IV- Empfänger nur träumen können. Finanziert aus Steuergeldern, die im Sozial- und Bildungsbereich und bei der Betreuung der Flüchtlinge aus den selbstinszenierten Konflikten wesentlich besser angelegt wären.

Im Rahmen der bundesweiten Ostermärsche findet die Leipziger Veranstaltung am Sonnabend, dem 04.04.2014, auf dem Nikolaikirchhof statt. Ab 10:00 Uhr präsentieren friedenspolitische und globalisierungskritische Gruppen und Vereine ihre Arbeit. Parallel zum Umschmieden eines Schwertes zum nunmehr 8. Leipziger Friedenspreis werden Redebeiträge zu den aktuellen friedenspolitischen Herausforderungen gehalten: dem schwelenden Konflikt in der Ukraine, der Zuspitzung des Verhältnisses zwischen NATO und Russland, den Auseinandersetzungen im arabischen Raum, zur Umstrukturierung der Bundeswehr oder zu Fragen des ganz persönlichen Engagements für den Frieden.

Im Anschluss werden in einer Adaption von Brechts „Anachronostischen Zug“ bei einem Gang durch die Leipziger Innenstadt die Kriegstreiber und –profiteure präsentiert:      Politiker, Militärs und Wirtschaftsbosse.

Bekennt euch zum Frieden- kommt zu den Ostermärschen!

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Gedichte gegen den Krieg: Samstag

Manfred Moll (*1951)

in diesen tagen

in diesen tagen der eroberungen
will ich kein verteidiger sein
will nicht verteidigen
was ich nicht gepflanzt habe
was ich nicht gebaut habe
was nicht mir gehört
will ich nicht verteidigen
selbst das meine
will ich nicht verteidigen
ich will schutzlos bleiben
meine tür bleibt unverschlossen
in einer zeit
wo weder gnade noch recht ergeht
damit
was nirgends einen ort hat
eine heimat findet
bei mir


Aus: Poesiealbum neu „Gegen den Krieg. Gedichte & Appelle“, Leipzig 2013; auch als Hörbuch unter dem Titel „Schwarze Ängste. Neue Gedichte gegen den Krieg“ erschienen; Leipzig 2013;
herausgegeben von Ralph Grüneberger im Auftrag der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

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Gedichte gegen den Krieg: Freitag

Christel Hartinger (*1941)

Besuch in P. Volkstrauertag

Er steht nahe dem schlichten Westportal der
Kleinen Wehrkirche auf dem Dorfplatz: Der
Gedenkstein. Nicht verwittert, wie damals, vor
Zwei Jahrzehnten, frisch verputzt, mit kräftig
Markierten Inschriften, schwarzweißgolden. Auch
Das steinerne Kreuz oben wurde erneuert.
Auf den Seitenflächen die Namen der
1914/18 und 1939/45 Gefallenen.
Ich lese Paul Schuster und Schuster, Egon
Herbert und Wilhelm Schuster, auf der
Anderen Reihe noch einmal: Schuster, Georg. Und
Wieder: Hofer, Paul und Hofer, Eduard, Hofer, Fritz.
Die Frauen. Die Mütter und Großmütter,
Die Bräute, die Schwestern …
Nachts sah ich mich stehen, verstört, und verstand:
Nicht allein aus der Anzahl gleicher Namen
War es aufgestiegen, das Gedenken, ein
Verehrendes: Alles Patrioten? Alles Helden?
Trauer und Mahnung?
In Zeiten verdeckter globaler
Geschäfte in diesem Land
Welch wirkende Botschaft
Im glänzenden Schwarzweißgold?


Aus: Poesiealbum neu „Gegen den Krieg. Gedichte & Appelle“, Leipzig 2013; auch als Hörbuch unter dem Titel „Schwarze Ängste. Neue Gedichte gegen den Krieg“ erschienen; Leipzig 2013;
herausgegeben von Ralph Grüneberger im Auftrag der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

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Gedichte gegen den Krieg: Donnerstag

Andreas Reimann (*1946)

DER FRIEDEN

Vielleicht, wenn er kommt, dann erkenn ich ihn nicht.
Mag sein, daß enttäuscht er die tür aufbricht,
falls ich aus furcht sie verrriegelt hätt.
Vielleicht dann verwechselt mein zeitweiliger geist
das palmenzweigblatt, das im lichte gleißt,
mit einem geschliffenen bajonett.
Viel dunkel hat die nacht gesät.
Daß er bloß nicht vorübergeht!
Es ist schon spät. Es ist schon spät.
Ich weiß, wenn er kommt, schleppt er mühen heran,
und sticht nicht als erstes die weinfässer an,
und liebt uns nicht mehr als wir ihn.
Er läßt dir den vater, den bruder, den sohn.
Das andre mach selber: er hat uns ja schon
das menschenfremdgehn mit dem kriege verziehn.
Viel dunkel hat die nacht gesät.
Daß er bloß nicht vorübergeht!
Es ist schon spät. Es ist schon spät.
Vielleicht, daß er müd wird, wenn keiner ihn sucht.
Vielleicht hat er furcht, er sei abgebucht,
denn weit muß umgehn er das flackernde licht.
Vielleicht, daß er umgeht als du oder ich.
Dann reicht ein gewöhnlicher messerstich,
daß er zusammenbricht.
Viel dunkel hat die nacht gesät.
Daß er bloß nicht vorübergeht!
Es ist schon spät. Es ist schon s


Aus: Poesiealbum neu „Gegen den Krieg. Gedichte & Appelle“, Leipzig 2013; auch als Hörbuch unter dem Titel „Schwarze Ängste. Neue Gedichte gegen den Krieg“ erschienen; Leipzig 2013;
herausgegeben von Ralph Grüneberger im Auftrag der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

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Gedichte gegen den Krieg: Mittwoch

Helmuth Scheel(*1956)

im reinen

wir sind keine kampfmaschinen mehr
wir bauen jetzt welche
die besten
für die welt
sie liegt in unserm blut
die suche nach der saubersten lösung


Aus: Poesiealbum neu „Gegen den Krieg. Gedichte & Appelle“, Leipzig 2013; auch als Hörbuch unter dem Titel „Schwarze Ängste. Neue Gedichte gegen den Krieg“ erschienen; Leipzig 2013;
herausgegeben von Ralph Grüneberger im Auftrag der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

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