Aufruf für eine Gedenkinstallation für die Deportierten auf dem Leipziger Hauptbahnhof

Seit Jahren bemühen sich Mitglieder des Friedenszentrums Leipzig um die Errichtung einer Erinnerungsstätte für alle deportierten Männer, Frauen und Kinder, die mit Zügen der Deutschen Reichsbahn über deren Leipziger Streckennetz in die Zwangs- und Todeslager verschleppt wurden. Anstoß hierfür waren Gedenktafeln auf anderen Bahnhöfen wie dem Bahnhof Dresden- Neustadt.
Das Projekt unterstützen derzeit u.a. Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde in Leipzig, Sebastian Krumbiegel von den Prinzen, die Leipziger Bundestagsabgeordneten Thomas Feist, Barbara Höll, Monika Lazar und Daniela Kolbe, die Landtagsabgeordneten Holger Mann, Petra Köpping, Volker Külow und Dirk Panter, Vertreter der Ephraim-Carlebach- Stiftung, die Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft, der Bund der Antifaschisten Leipzig und die Gruppe Gedenkmarsch.
Die Ganzmetallinstallation soll aus einem Hohlsockel bestehen, auf der Oberplatte befinden sich ein gestalteter Koffer sowie eine Inschrift. Der Denkmalsentwurf stammt vom Leipziger Künstler Roland Steckel, der Entwurf für die Inschrift vom Historiker Steffen Held. Die Inschrift lautet: Am 14. Februar 1945 wurden 169 Männer, Frauen und Kinder in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges war es der letzte Transport jüdischer Opfer aus Leipzig. Zum Gedenken an alle Opfer von NS- Verbrechen, die in den Jahren von 1933 bis 1945 über das Leipziger Eisenbahnnetz in Zwangs- und Todeslager verschleppt wurden. Der Koffer aus Eisenblech steht symbolisch für jene Koffer, die, gefüllt mit wenigen Alltagsgegenständen und Habseligkeiten, die Deportierten auf ihrem letzten Weg begleiteten. Er hat eine vorgesehene Größe von 60 x 45 x 20 cm und zeigt auf der Vorderseite eine vergitterte Waggonluke mit von innen herausgreifenden Händen. Die Rückseite trägt eine fünfstellige Transportnummer. Der Sockelhohlkörper hat die Maße 120 x 80 x 90 cm.
Nach der Gedenkveranstaltung zum 27. Januar 2010 kam es zu ersten direkten Verhandlungen mit dem Management des Leipziger Hauptbahnhofs. Es gab eine Verständigung darüber, als Standort den „Museumsbahnsteig“ 24 zu wählen. Da die Deutsche Bahn AG sich außerstande sah, die Kosten des Projektes in Höhe von ca. 5000 € finanziell zu  unterstützen, entschlossen sich die Initiatoren, die Installation auf Spendenbasis zu realisieren. Der für den Spendenaufruf erforderliche Gestattungsvertrag mit der DB AG wurde bisher nicht geschlossen. Nun wurde auf Anfrage mitgeteilt, dass das Projekt aus Sicherheits- und Denkmalsschutzgründen auf dem Gelände des Hauptbahnhofes nicht realisierbar sei. Wir sind entschlossen, am zuvor erreichten Konsens für Gestaltung und Standort der Installation mit Nachdruck festzuhalten. Dazu werden weitere Unterstützer benötigt. Es darf nicht der Eindruck entstehen, eine Gedenkinstallation auf dem Leipziger Hauptbahnhof sei nicht gewollt. Die Realisierung des Projektes
erfordert also die Unterstützung Vieler und einen langen Atem. Bei Interesse wenden Sie sich an:
Torsten Schleip  t. schleip@t-online.de

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