Mahnwache zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung

Der 15. Mai ist der Internationale Tag der Kriegsdienstverweigerung. Auch in diesem Jahr wird mit einer Vielzahl von Veranstaltungen mit exemplarischen Einzelfällen auf die Lage von Krigsdientsverweigerern in aller Welt aufmerksam gemacht. In vielen Staaten ist die Inanspruchnahme eines in der Bundesrepublik selbstverständlichen Menschenrechtes unzureichend geregelt, Verweigerern drohen lange Haftstafen und gesellschaftliche Ausgrenzung.

Im Rahmen einer von connection e.V. und AWC Deutschland e.V.- Weltbürger und Weltbürgerinnen initiierten bundesweiten Aktion in sechzehn Städten findet in Leipzig am 13. Mai ab 17 Uhr eine Mahnwache auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz/ Ecke Schillerstaße statt.

Im Zentrum der diesjährigen Aktionen stehen die Fälle der israelischen Kriegsdienstverweigerin Tair Kaminer und des ukrainischen Verweigerers Ruslan Kotsaba. Tair Kaminer erklärte beim ihrem Erscheinen im Rekrutierungsbüro am 10. Januar 2016: „Ich habe mich entschlossen den Dienst in der israelischen Armee zu verweigern… Solange der gewaltvolle militärische Weg gegangen wird, schaffen wir eine Generation voller Hass, womit die Situation nur eskalieren wird. Wir müssen dies jetzt stoppen!“ Seit ihrer Verweigerung ist Tair ununterbrochen in Haft, am 5. Mai wurde sie zum fünften Mal verurteilt, diesmal zu 30 Tagen Arrest.

Der ukrainische Journalist Ruslan Kotsaba, Unterstützer der Protestbewegung des Maidans, erklärte im Januar 2015 in einer Videobotschaft an Präsident Poroshenko öffentlich seine Weigerung, auf seine „im Osten lebenden Mitbürger“ zu schießen“ und rief andere auf, seinem Beispiel zu folgen. Er wurde im Februar 2015 verhaftet, derzeit wird ihm der Prozess gemacht. Das Gericht entschied sich am 12. Mai gegen die von der Staatsanwaltschaft geforderte zwölfjährige Haftstrafe wegen Staatsverrats und verurteile Ruslan wegen Behinderung der Tätigkeit der Streitkräfte zu drei Jahren und sechs Monaten Haft. Der Prozess gegen Ruslan Kotsaba wird stellvertretend für tausende Verweigerer geführt, die sich durch Flucht in die EU oder nach Russland oder durch das Untertauchen im eigenen Land der Ableistung des Kriegsdienstes und dem Kampf gegen ihre Landsleute entzogen. Am Rand der Mahnwache wird ein Brief an OBM Burkhard Jung mit der Bitte übergeben, gemeinsam mit seinem Kiewer Amtskollegen Vitali Klitschko bei der zu erwartenden Revisionsverhandlung unterstützend tätig zu werden.

Am 3. Juni 2016 wird Uliana Kotsaba, die Ehefrau von Ruslan, im Rahmen einer Vortragsreihe in Leipzig zu Gast sein. Die Veranstaltung findet ab 18 Uhr im Karl-Liebknecht-Haus in der Braustr. 15 statt. Neben Berichten über die Beweggründe ihres Mannes und den Prozess geht es auch um die soziale Situation der Familie.

Veröffentlicht in Antimilitarismus, Leipzig, Uncategorized | Getaggt , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Leipziger Friedensrundbrief Mai 2016

Rache und immer wieder Rache! Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut, das soll immer wieder mit Blut ausgewaschen werden.“ Bertha von Suttner (1843-1914), Mitbegründerin der DFG

Auch im Mai und Juni ist die Terminliste wieder gut gefüllt. Gerne auch zum Weiterverteilen.

1. Friedenswache montags 18 Uhr             Leuschnerplatz/ S-Bahn Zugang Petersstr.

 Da git es nicht Neues: wir sind nach wie vor vor Ort. Jedenfalls am 09. und 16. Mai, für den 23. und 30. Mai ist der übliche Platz vom Katholikentag belegt. Religion geht vor Demokratie, jedenfalls wenn es die ohne Minarette ist. Genauere Orte unter www.facebook.com/FriedenswacheLeipzig/?fref=ts

2. Tag der Befreiung 08.Mai

 a) 9.30 Uhr Gedenkstätte Permoserstraße 15 Fahrradgedenktour    

Der Gedenkmarsch in diesem Jahr als Fahrradtour zu den Orten der Zwangsarbeit im Leipziger Nordosten geplant. Genaueres auf dem Flyer im Anhang.

b) 15 Uhr Sachsenbrücke

Die SDAJ Leipzig und das Bündniss gegen Krieg Leipzig erinnern mit Information und Ausblick an den Tag der Befreiung. Ohne genauen Ablauf, der ergibt sich spontan vor Ort.

zum Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung am 15. Mai 17 Uhr Leuschnerplatz/ S-Bahn Zugang Petersstr.

Information tut not, in den meisten Ländern ist die KDV- Situation nicht annähernd so günstig wie bei uns. Im Mittelpunkt einer bundesweiten Solidaritätsaktion in 15 Städten steht die israelische Verweigerin Tair Kaminer. In Leipzig ergänzt um den Fall des ukrainischen Verweigerers Ruslan Kotsaba, der seit 1 ½ Jahren in der ach so demokratischen und den westlichen Werten verpflichteten Poroshenko- Ukraine in Haft sitzt. Für seine eigene Kriegsdienstverweigerung und seinen Aufruf an andere, die Teilnahme ab Krieg im Osten der Ukraine zu verweigern, ist er angeklagt, Staatsverrat begangen und die Mobilisierung behindert zu haben. Auf Staatsverrat stehen in der Ukraine 12 bis 15 Jahre Gefängnis. Näheres unter

http://www.connection-ev.org/ruslankotsaba-form.

  1. TTIP verhindern! Jetzt erst recht!

Die unlängst von GREENPEACE Niederlande veröffentlichten Vertragsinhalte haben die Befürchtungen nicht nur bestätigt, sondern weit übertroffen. Noch ist Zeit, um zu verhindern, dass Merkel, Gabriel und der Rest der Volksvertreter dieses endgültig an die Konzerne verscherbeln.
Montag   23.Mai 19:00 Uhr   Volkshaus, Erich-Schilling-Saal (Karl-Liebknecht-Str. 30, 5. OG) Podiumsdiskussion: Grenzenlose Konzernmacht? Die Folgen des Freihandels. Details folgen auf http://vorsichtfreihandel.blogsport.de/termine

Dienstag 24. Mai 15:00 Uhr        Uni Leipzig      Innenstadt-Campus    HS 17

Workshop beim Kollektiv-Festival: Wie CETA und TTIP die Demokratie bedrohen. Wir wollen aufdecken, wie demokratische Handlungsspielräume zu Gunsten von Konzernen beschränkt werden.

  1. c) Sonnabend Mai 12:00 Uhr        Naturkundemuseum am Goerdelerring

Demo gegen TTIP und CETA durch die Leipziger Innenstadt. Können ruhig so viele werden wie in Hannover. Oder mehr.

  1. 25. bis 29. Mai 100. Katholikentag

Die Friedenswache kann wegen Auf- und Abbauarbeiten nicht am Leuchner stattfinden, der Initiative „Christinnen und Christen in der DFG-VK“ wurde ein Infostand auf der Kirchenmeile verweigert. Die da im Namen des Herrn töten werden dagegen von allen Seiten herzlichst begrüßt und seelsorgerisch betreut. Aktivitäten gegen die unheilige Allianz von Kirche und Militär sind unbedingt angebracht. Von Borchert nichts gelernt: „Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins: Sag NEIN!“ Zum blanken Hohn der Veranstaltungstitel kein Kommentar.

„Die Katholische Militärseelsorge ist mit Info-Zelten auf der zentralen „Kirchenmeile“ in der Leipziger Innenstadt präsent.

Am Tag der Militärseelsorge am Freitag, 27. Mai 2016, wird in der Leipziger General-Olbricht-Kaserne um 11.00 Uhr ein zentraler Feldgottesdienst mit Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck gefeiert.

Im Rahmen der großen Gesprächsforen des Katholikentags findet am Nachmittag von 16.30 Uhr bis 18.00 Uhr eine Podiumsdiskussion mit Militärbischof Dr. Franz Josef Overbeck unter dem Thema „Brandstifter oder Friedensförderer. Die Friedenskonzepte der Religionen im Dialog.“ statt.

Am Samstag, 28. Mai 2016, findet von 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr ein Werkstattgespräch der Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) zum Thema „Hybridkrieger, Cyberwar, Laserwaffen, Drohnen. Als Christ und Soldat für den Frieden.“ im Hauptturm des Neuen Rathauses statt.“

(Quelle: http://www.kmba.militaerseelsorge.bundeswehr.de)

  1. 03. Juni 19 Uhr             Ort in Vorbereitung

Uliana Kotsaba, die Frau von Ruslan Kotsaba, ist Ende Mai/ Anfang Juni auf Informationstour in der Bundesrepublik. Sie wird über die Beweggründe ihres Mannes, die Haftbedingungen und den Prozess gegen ihn sowie über die Situation der Familie berichten. Sicher eine andere Sicht auf den Ukraine-Konflikt.

  1. 8. bis 12. Juni Stopp Ramstein Aktionswochenende an der US-Airbase Ramstein        

Wolfgang Jung ist am 5. April mit seiner Klage gegen die Bundesrepublik am BVG in Leipzig erwartungsgemäß gescheitert. Die Richter folgten wenn auch mit Bedenken der Argumentation der Regierung, man wisse nicht genau was die Amerikaner auf der Base drohnentechnisch so treiben, wolle es auch gar nicht wissen und könne sowieso nichts machen. Umso wichtiger, das Thema einer breiten Öffentlichkeit am Ort des Geschehens und darüber hinaus zur Kenntnis zu bringen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, neben einem Camp ab 8. Juni gibt es eine Reihe Veranstaltungen in der Region Kaiserslauten und als Höhepunkt eine Menschenkette zur Base. Zur Anreise stehen einige Mitfahrgelegenheiten sowie zwei Busse zur Verfügung, die von Berlin kommend in Leipzig zwischenhalten. Derzeitige Abfahrtszeiten sind Freitag am Vormittag (mit Zwischenübernachtung im Camp) sowie in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend mit Rückfahrt nach der Aktion. Kosten der Busse 40 €, ermäßigt 30 €. Zur Koordination einfach melden oder politisch korrekt unter

https://dudle.inf.tu-dresden.de/le-rammstein-menschenkette/ eintragen. Im Anhang der nicht so breite Flyer zur breitestmöglichen Verbreitung.

Bis dahin. Und mensch sieht sich hoffentlich. Gelegenheit ist ja reichlich. Für Kritik, Fragen und Anregungen sind wir wie immer offen.

Veröffentlicht in Antimilitarismus | Getaggt | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Leipziger Friedensrundbrief April 2016

Willst du offenkundig sehen, was für eine gottlose Sache der Krieg ist, so nimm wahr, von welchen Leuten er geführt wird.                                                                                   Erasmus von Rotterdam (1466-1635)

 

Vielen Dank an alle Unterstützer, Beteiligte und Teilnehmer des Leipziger Ostermarschs: ihr wart super. Besonderer Dank Nadine Maria Schmidt und den Kunstschaffenden, dem Schmied, den RednerInnen, den weit Angereisten sowie den Bastlern und Kulissenschiebern und und und. Wetter war wie bestellt hervorragend, Teilnahme kann immer größer sein. Der Anachronistische Zug durch die Stadt sah gut aus und brachte eine Menge Aufmerksamkeit. Der Beitrag im Sachsenspiegel war auch ok und kann für die Nichtanwesenden in der Mediathek nachgesehen werden. Für die Anwesenden auch.

Und da nach Ostern vor Ostern ist oder so ähnlich geht es im April nahtlos weiter:

(Dokument als pdf)

  1. Friedenswache montags 18 Uhr             Leuschnerplatz/ S-Bahn Zugang Petersstr.

Zwei Jahre müssten eigentlich rum sein, es wird immer noch Präsenz gezeigt. Da Krieg derzeit nicht das einzige Problem in Leipzig ist, wird es wohl kurz werden: ab 19 Uhr ist mensch in der Gegend des Richard- Wagner-Platzes gefragt. Und zwar auf Seiten der Protestierenden gegen LEGIDA (einigen wenigen Spezialdemokraten und Olivgrünen von der Kosovo- Kriegs- Koalition muss das scheinbar explizit erklärt werden- wieso auch immer).

  1. Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht 05.04. 8.30 Uhr   Simsonplatz   

Der Luftpost-Herausgeber Wolfgang Jung klagt gegen die Bundesrepublik Deutschland vor dem Bundesverwaltungsgericht, weil die Bundesregierung nichts dagegen unternimmt, dass die USA völkerrechts- und grundgesetzwidrig weltweit Menschen mit ferngesteuerten Drohnen ermorden. Nach dem Weg durch die Instanzen trifft man sich jetzt in Leipzig. Die Verhandlung beginnt 9.30 Uhr. Wer der Verhandlung beiwohnen kann, melde sich unter http://www.bverwg.de/presse/termine/termin.php?az=BVerwG+1+C+3.15&datum=05.04.2016&uhr=09%3A30

an, damit der Dimitroffsaaal geplan werden kann. Hintergründe in der luftpost im Anhang. Wer keine zeit hat, schickt jemanden vorbei, es wäre das öffentliche Interesse wert. Vor dem Gericht gibt es Informationen zur Drohnenproblematik und die Fahrradkinotour macht Station: „Die Tour führt ein mobiles Fahrradkino mit

sich, bei dem die Energie für die Filmvorführung von 6 bis 8 Radlern erzeugt wird. (Fast) jeder kann dabei mit seinem eigenen Fahrrad mitstrampeln. Gezeigt wird der Film: „How to breed Terrorists and Refugees

– Wie man Terroristen und Flüchtlinge macht.“ Es darf vor Ort mitgestrampelt werden.

Zur Motivation empfohlen ein Beitrag des zdf: http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2485234/Drohnenkrieg—Tod-aus-der-Luft

Nach der Verhandlung wollen sich die Anwälte und eventuell auch der Kläger dann auf dem Platz äußern.

 

  1. Terrorismus, Drohnenkrieg und Deutschland Sonnabend 09.04.              19 Uhr Soziokulturelles Zentrum „Die Villa“ Kleiner Saal     Lessingstraße 7          04109 Leipzig

Die us-amerikanische Antidrohneninitiative CODE PINK bekommt den Wilhelmine von Bayreuth- Preis und tourt bei Gelegenheit der Preisübergabe durch Deutschland. Wer über Drohnen immer schon mal was wissen wollte und keinen Imker des Vertrauens hat, dem wird geholfen. An der Stelle dann gleich eine Mobilisierungsmöglichkeit für die Proteste gegen die Satelittenübertragungsstelle auf der Air Base in Ramstein vom 10. bis 12. Juni. Denkt euch beim Flyer im Anhang einfach die Berliner Daten weg.

 

Veröffentlicht in Leipzig | Getaggt | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Leipziger Friedensrundbrief März 2016

  1. Bürger: „Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen, als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, wenn hinten, weit in der Türkei, die Völker aufeinanderschlagen. Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus, und sieht den Fluss hinab die bunten Schiffe gleiten; dann kehrt man abends froh nach Haus und segnet Fried und Friedenszeiten.“ 2. Bürger: „Herr Nachbar, ja! so lass ichs auch geschehn; sie mögen sich die Köpfe spalten, mag alles durcheinandergehn; doch nur zu Hause bleibs beim alten!“

J.W. Goethe, Faust I, Osterspaziergang

In einer globalisierten Welt wird es trotz geschlossener Balkanroute nichts mit der Ruhe im trauten Heim, beim alten bleibt es auch nicht länger. Wir können uns den Folgen einer verfehlten Politik von Bundesregierung, NATO und EU nicht mehr entziehen und seelenruhig zusehen, wie sich die anderen in Stellvertreterkriegen zum Wohle der Rüstungsindustrie die Köpfe spalten. Dann sollte auch der Osterspaziergang etwas kämpferischer ausfallen. Deswegen:

  1. Ostermarsch in Leipzig Sonnabend 26.03.              10 Uhr             Nikolaikirchhof

Musikalische Unterstützung gibt es in diesem Jahr von Nadine Maria Schmidt und ALLE. Redebeiträge von Jule Nagel, Thomas Kachel, der SDAJ, attac und weiteren. Themen gibt es bei den aktuellen Kriegen und ihren Folgen ohne Ende. Parallel als kleiner Beitrag zur Konversion das Schmieden des Leipziger Friedenspreises. Die Bundeswehr hatte leider wieder keinen Panzer zum Verschrotten übrig, deshalb die beinahe biblische Variante mit dem Schwert und der Sichel. Ab 12 Uhr wird sich wieder die Adaption des Anachronistischen Zugs durch die Innenstadt wälzen, der Bürger soll ja visuell etwas geboten kriegen, damit er ins Grübeln kommt. Im Anhang der Flyer gern auch zum Weitergeben sowie der gemeinsame Aufruf der Kooperation für den Frieden und des Bundesausschuss Friedensratschlag. Wetter soll auch super werden, da muß man sich als Ausrede schon etwas einfallen lassen.

  1. Ostermarsch im Zeitzer Forst Montag 28.03.   14 Uhr        Lonzig/ Waldparkplatz

Wer es am Sonnabend echt nicht schafft, für den gibt es ganz in der Nähe am Ostermontag die Gelegenheit:

„Auf zum Ostermarsch in den Zeitzer Forst am 28. März 2016! Wir setzen Ostern ein Zeichen für eine andere Politik! Wir fordern Frieden, Abrüstung und eine internationale Solidarität.“ Aufgerufen hat die Friedensinitiatve Gera, warum wieso weshalb genauer unter http://www.kein-schuss-im-zeitzer-forst.de/

  1. Ostermarsch und 247. Friedensweg in der OFFENen HEIDe Montag 5 vor 12 Haldensleben

Wer statt im Süden lieber im Norden unterwegs ist, kommt auch nicht drumrum. Könnte sogar eine Radtour von Magdeburg nach Halsdensleben unternehmen. Genaueres unter: www.offeneheide.de

  1. eins, zwei, viele Ostermärsche

Immer noch nichts gefunden? Ganz woanders unterwegs? Hilft alles nichts:

http://www.ostermarsch-info.de/

Dann mal raus auf die Straße mit euch

 

Veröffentlicht in Antimilitarismus, Leipzig, Ostermarsch | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Leipziger Friedensrundbrief Februar 2016

Krieg wird sein, solange auch nur ein Mensch am Krieg verdient.

Bertold Brecht (1898-1956)

 

Da sieht es bei den Plänen der Kanonen-Ursel mit 130 Milliarden € zusätzlich für die Bundeswehr in den nächsten zehn Jahren im Brechtschen Sinne düster aus. Welche sozialen, Bildungs-, Kultur- oder Rentenmaßnahmen für diesen Betrag eingespart werden müssen, wurde noch nicht verkündet. Es wird schon irgendwoher kommen. Die Protesttermine häufen sich nicht nur deswegen derart, dass wir ohne eure Unterstützung nicht mehr alles abdecken werden können. Also: Rafft euch auf und macht mit!

 

  1. Red Hand Day Freitag 12.02.  

Die Idee ist so einfach wie genial: „Rote Fingerfarbe auf die Hand, Handabdruck auf Papier drücken, Name, Stadt und Botschaft dazu schreiben, Handabdruck zum Trocknen aufhängen – und später dann mit den Forderungen der Aktion an Politiker schicken, um Druck zu machen für Verbesserungen!“ Wem die ganze Hand zu blutig ist, der könnte sie ja rot ummalen. Infomaterial wird bestellt, Farbe auch aufgetrieben, an der Standbetreuung hapert es noch. Deswegen weder Zeit noch Ort für Leipzig. http://www.redhandday.org

 

  1. „Sicherheitskonferenz“ in München 12. bis 14. Februar

Es ist gelungen, eine sensationell günstige Mitfahrgelegenheit zu den Gegenprotesten (Konferenz und Demo) zu organisieren. 10 Eu für hin und zurück. Und mensch hat Zeit in München: schon am Freitag um 11 geht es los und erst am Sonntag gegen 10 zurück. Da wird natürlich eine Übernachtung gebraucht, aber auch daran wird schon gearbeitet. Bei Interesse mail an mnle@gmx.net

 

  1. Strategiekonferenz der Kooperation für den Frieden 19./20.02. Trinitatisgmeinde

Die Kooperation für den Frieden, ein Zusammenschluss von über sechzig Friedensgruppen und -organisationen, kommt in diesem Jahr zu ihrer 13. Strategiekonferenz nach Leipzig. Die einmalige Gelegenheit, endlich das in Erfahrung zu bringen, was mensch schon immer über den Frieden wissen wollte. Das komplette Programm im Anhang. Wer zusätzlich eine Möglichkeit sieht, das eine oder andere Bett für nicht so zahlungskräftige TeilnehmerInnen von außerhalb zur Verfügung zu stellen, melde sich unter ingo@kleinskram.de. Alles andere unter: www.koop-frieden.de/sub/strategiekonferenz-2016-in-leipzig.html

 

  1. Lichter für Syrien 20.02. ab 18 Uhr        hoffentlich überall

Für Teilnehmer an der Strategiekonferenz der nahtlose Übergang von der Theorie zur Praxis. Ort wird noch bekanntgemacht. Niederschwellige Aktion für Neu- und WiedereinsteigerInnen. Prädikat „Wertvoll“.

 

„Wir wollen mit vielen Friedensinitiativen, Menschenrechtsgruppen, Flüchtlingsorganisationen sowie weiteren Mitstreitern ein Zeichen gegen Abschottung, Hass und Gewalt setzen, indem in ganz Deutschland Lichter für Syrien entzündet werden. Unsere Idee ist es, mit so vielen Gruppen vor Ort wie möglich, die verschiedensten Aktionen auf die Beine zu stellen. Allen gemeinsam ist Licht als Symbol der Aktion sowie die Forderung nach einem entschlossenen, gewaltfreien Handeln im Syrienkrieg.“ www.lichter-fuer-syrien.de

 

Ausnahmsweise ein Ausgangszitat: „Ma muaß weiterkämpfen, kämpfen bis zum Umfalln, a wenn die ganze Welt an Arsch offen hat, ODER GRAD DESWEGEN.“                                      Konstantin Wecker, Willy I

Die aktuelle (sechste?) Version von 2015 ist übrigens auch vom Feinsten. Dann mal los.

Veröffentlicht in Antimilitarismus | Getaggt , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Leipziger Friedensrundbrief Januar 2016

Wer ein fester Dummkopf ist, erträgt die internationale Kriegsberedsamkeit vortrefflich. Wer ein halbwegs normal arbeitendes Gehirn hat, krümmt sich unter ihr in Schmerzen. Alfred Polgar (1873-1955), Der Krieg als Erzieher

Die vergeblichen Wünsche auf ein friedliches Jahr spare ich mir mal, die Realität ist leider eine andere. Stattdessen wünsche ich euch Gesundheit und Kraft, euch weiterhin für den Frieden einzusetzen. Da gibt es auch im neuen Jahr jede Menge Gelegenheiten.

Friedenswache Montag 04.01. 18 Uhr (Kleiner) Wilhelm- Leuschner-Platz Es geht munter weiter. Themen und Probleme gibt es genug, es muss nur etwas dazu gesagt werden. Und viele andere Möglichkeiten der öffentlichen Wahrnehmung gibt es für uns nicht. An dieser Stelle ein Dank an all jene, die dazu beigetragen haben, dass die Friedenswachen 2015 kontinuierlich stattfinden konnten. Müssten nur ein paar mehr Leute kommen. Eigentlich ein guter Vorsatz…

Go for it- Lauf los für den Frieden Augsburg- Berlin seit 28.12.15 Der Einsatz für Frieden und gegen Krieg soll viele erreichen und auch Spass machen. Dachten sich einige Student*en aus Augsburg und machten sich auf den Friedensweg. Die Gruppe wird nach derzeitgem Stand am 16. Januar von Espenhain kommend in Leipzig eintreffen, am 17. geht es weiter nach Delitzsch. Da es nur wenige Wochen zur Vorbereitung gab, ist noch einiges in puncto logistischer Unterstützung (Übernachtung, Verpflegung, Betreuung…) offen. Mensch kann natürlich auch ein längeres oder kürzeres Stück mittun. Genaueres unter www.go-for-it-frieden.de

Tag der Opfer des Nationalsozialismus 27. Januar 18 Uhr Hauptbahnhof Leipzig Gleis 24 Unser Beitrag wird auch in diesem Jahr eine Veranstaltung an der Gedenkinstallation für alle Deportierten auf dem Leipziger Hauptbahnhof sein. Das Plenum des Roten Stern Leipzig e.V. hat beschlossen, auch weiterhin die Patenschaft für die Installation zu übernehmen und diese für die Jugend- und Bildungsarbeit des Vereins zu nutzen.

„Sicherheitskonferenz“ in München 12. bis 14. Februar Ist zwar noch ein bisschen hin, aber manch eine/r soll ja langfristig planen. Zur Erinnerung: 2014 wurde am Rande der Konferenz von NATO- Repräsentanten, internationalen Politikern und einem gewissen Herrn Klitschko der Putsch in der Ukraine besprochen, an dessen Folgen nicht nur die Ukrainer heute noch zu knabbern haben. 2015 ging es dann um Syiren und wir dürfen gespannt sein, welches Unheil die „Experten“ dieses Mal anrichten. Noch wäre Zeit, ein wenig oder auch ein wenig mehr Protest zu organisieren. In München sind sie schon fleißig am Werkeln und die Polizei hat in der Silvesternacht auch schon mal geprobt, wie solch unbotmäßigem Protest eventuell zu begegnen wäre. Oder glaubt tatsächlich jemand es ginge um Terroristen, deren Namen keiner kennt und von denen niemand weiß, ob es sie überhaupt gibt?

Veröffentlicht in Antimilitarismus, Leipzig | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Leipziger Friedensrundbrief 12/2015

Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen. Beide sind gleichermaßen unmoralisch.

Peter Ustinov (1921-2004)

Deutschland bereitet sich mit dem obligatorischen Besuch der Bunzlerin oder der Kriegsministerum bei der kämpfenden Truppe auf die mittlerweile übliche Begehung des Festes des Friedens vor. Weil es in Afghanistan zu kalt oder zu unsicher ist, muss schnell ein Einsatz in wärmeren Gefilden her. Legal, illegal, …egal. Auf einem Schiff macht sich auch immer gut, wegen der Takelei. Und die mediale Berieselung mit „Terrorgefahr“ und „Flüchtlingsflut“ zeigt auch Wirkung und eine Mehrheit der Bevölkerung soll endlich für Kriegseinsätze sein. Frohes Fest.

1. Protest gegen Militärmusik Montag 07.12. 18 Uhr Versöhnungskirche Gohlis Viertelsweg
In der Weihnachtszeit benefizt es sich ja wunderbar. Da ist auch nichts gegen einzuwenden, nur muss es a) nicht unbedingt in Uniform und b) nicht in der Kirche sein. Beides zusammen dient dann eher der schleichenden Militarisierung. Wir protestieren seit Jahren gegen Militärmusik, seit letztem Jahr gibt es eine eigene Gruppe zum Thema. Die bittet mit Brassbanditen, Trommelgruppe, ALLE (Arbeiterliederchor Leipzig) und und und zu friedlichem Gegentanz an Stelle von klingendem Spiel. Flyer zum Teilen oder weiterleiten im Anhang.
2. Friedenswache Montag 07.12. 18 Uhr (Kleiner) Wilhelm- Leuschner-Platz

Da obige Veranstaltung eher kulturell ist, wegen gewisser Bündnissbefindlichkeiten und weil Information gerade jetzt extrem wichtig ist, gibt es parallel die Friedenswache. Getrennt spazieren….
3. Kundgebung zum Tag der Menschenrechte Kundgebung zum Tag der Menschenrechte 10.12. 18 Uhr Moritzbastei

Auch da Weiteres zum Weiterleiten im Anhang. Bei der derzeitigen Lage der internationalen Gemeinschaft und der Einhaltung der von ihr propagierten Menschenrechte braucht es wohl keine weitere Motivation zu Kommen. Hoffen wir. Glühwein nach Belieben vorher, hinterher oder gar nicht.
4. Rufmord Buchlesung und Diskussion Rufmord Buchlesung und Diskussion 19.12. 15 Uhr Aufgehende Sonne Ossietzkystr. 1

Wolfgang Gehrke versah sein neuestes Buch mit dem Untertitel: Die Antisemitismus- Debatte gegen links. Das Friedenszentrum Leipzig e.V. lädt ganz herzlich zur Lesung mit anschließender Diskussion in die namens- und adressmäßig passende Lokation. Sicherlich geht es dann auch um die Querfrontdebatte gegen die Friedensbewegung. Moderation: Dr. Helga Lemme und meine Wenigkeit. Auch hier etwas zum (ver-)teilen.

Zum Lesen noch zwei Stellungnamen des Bundesausschuss Friedensratschlag und von Krieg attac zum Syrieneinsatz sowie der Verweis auf www.machwaszaehlt.de. Falls es mit der Besinnung klappt.
friedliche Grüße

Torsten
Kontakt: torsten@friedensweg.de 01520- 6699079

Veröffentlicht in Antimilitarismus | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Stolpersteine putzen am 09. November 2015 und Gedenkstunde am HBF Denkmal

In vielen Städten in Deutschland erinnern die vom Kölner Künstler Gunter Demnig geschaffenen und vor dem letzten selbstgewählten Wohnort verlegten Stolpersteine an Opfer des Nationalsozialismus: jüdische Mitbürger und Christen, Sinti und Roma, Kommunisten und Sozialdemokraten, wegen ihrer sexuellen Orientierung Verfolgte, Deserteure und Widerständler.

Am 09. November 2015 werden unter anderem in Leipzig, Markkleeberg, Borna, Grimma, Bremen, Berlin, Jena oder Wurzen verlegten Stolpersteine aus Anlass des 77. Jahrestages der sogenannten „Reichspogromnacht“ geputzt. Die AG „kein vergeben, kein vergessen“ des Friedenszentrums Leipzig ruft alle Bürgerinnen und Bürger in der Zeit von 16:45 Uhr bis 17:15 Uhr die Stolpersteine zu putzen und damit in das gesellschaftliche Gedenken zu holen. Durch das Verlesen der Opferbiografien wird der Opfer gedacht und ihr individuelles Leiden der Anonymität einer unvorstellbaren Opferanzahl entrissen: Wir machen die Verbrechen wieder sichtbar!

In Leipzig gibt es auf dem Stadtgebiet verteilt ca. 150 Stolpersteine. Einige finden Sie an folgenden Leipziger Straßen. Fanny Chawe Feinstein Brandvorwerkstrasse 52, Berthold Levy Brandvorwerkstraße 80, Fritz Wehrmann Brandvorwerkstraße 46, Moses Moritz und Hertha Meister Tschaikowskistraße 20, Familie Sichel Gohliser Straße 18 oder Rudi Opitz Coppistraße 65.

in den letzten Jahren beteiligen sich an der Aktion „Stolperstein putzen“ viele Bürger der Städte, Schülerinnen und Schüler, Vertreter von vielen Vereinen, Verbänden und Parteien, Religionsgemeinschaften, Lokal-, Landes- und Bundespolitiker.

Die Abschlussveranstaltung des Friedenszentrums Leipzig e.V. ist ab 18.00 Uhr unter dem Motto: „Im Gedenken an alle Opfer des Naziregimes – Der Schoß ist fruchtbar noch!“an der Gedenkinstallation für alle Deportierten auf dem Leipziger Hauptbahnhof am Gleis 24 geplant. Die Gedenkinstallation beruht auf einer Initiative des Friedenszentrums und wurde ausschließlich durch Spenden vieler Leipziger Bürgerinnen und Bürger finanziert und wurde am 21. Januar 2012 feierlich eingeweiht. Die jährliche Patenschaft liegt derzeit beim Sport- und Kulturverein Roter Stern Leipzig 99 e.V.

Wir laden die Bürger und Gäste der Stadt ein, sich an jedweder Art des Gedenkens an diesem Tag zu beteiligen, die Lehren der deutschen Geschichte wach zu halten und ein Zeichen gegen das zunehmende Vergessen und Verharmlosen, gegen Faschismus, Rassismus und Intoleranz zu setzen. Refugees Welcome!

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Veröffentlicht in Antifaschismus, Antimilitarismus, Leipzig | Getaggt | Hinterlassen Sie einen Kommentar

‚Embedded journalism‘ war gestern. Nun hofiert der Journalismus schon die militärischen Werbeveranstaltungen der Bundeswehr. Zur Werbeveranstaltung für die Bundeswehr auf dem Gelände der ‚Mitteldeutschen Zeitung‘

Das geht nur im Osten. Dort wo vor lauter Hoffnungslosigkeit Menschen nach jeder Zukunftsperspektive greifen. Nachdem für die Kriege gegen Afghanistan und den Irak schon der Flughafen Leipzig-Halle zum militärischen Drehkreuz umgerüstet wurde – ohne größeren Protest, allein regionale und bundesweite Friedensorganisationen wie die DFG-VK stellten und stellen sich dagegen –, geht nun die regionale ‚Mitteldeutsche Zeitung‘ (MZ) einen Schritt weiter: Auf ihrem Gelände findet in Kürze der so genannte „Blaulichttag“ statt, bei dem die Bundeswehr die zentrale Rolle einnimmt. In ihre Wochenendausgabe vom 5./6. September 2015 legte die MZ eine martialische Beilage ein, die mit Panzerbildern und grinsenden Soldat_innen für das Militär wirbt. Dass die Bundeswehr junge Menschen ködert und in – quasi nicht kündbare(!) – Beschäftigungsverhältnisse ‚lockt‘, taucht in der Zeitung nicht auf. Die mittlerweile hohen Zahlen zur ‚Kriegsdienstverweigerung aus dem Dienst heraus‘ werden nicht thematisiert – bei dieser Art der Kriegsdienstverweigerung handelt es sich um ein umständliches Verfahren, mit dem junge Menschen, die sich einmal für die Bundeswehr verpflichtet haben, versuchen können, dem Militär zu entkommen. Das möchten junge Menschen z.B. oft dann, wenn sie ein Kind bekommen haben und sich daher ihre Sicht auf den Wert des Lebens geändert hat und sie sich nicht mehr vorstellen können, auf Menschen zu schießen.

Mittlerweile wurde einigem Journalismus bereits vorgeworfen, dass er sich in vergangenen Kriegen vom Militär kaufen ließ, um freundlich zu berichten. In diesem Sinne wurden die direkt in Einheiten des Militärs angesiedelten Journalist_innen kritisiert, die auf Grund der Einbindung ins Militär (‚embedded‘) keinen unabhängigen Journalismus machen, sondern nur wohlwollende und den Krieg verherrlichende Bilder liefern können. Sie zeigen etwa ‚Präzisionsangriffe‘, fliegende Raketen – hingegen tote Menschen, tote Soldat_innen und Zivilist_innen im Allgemeinen nicht.

„Wer einige dieser Retter und Helfer einmal kennenlernen möchte, hat dazu […] auf dem Gelände der Mitteldeutschen Zeitung Gelegenheit.“ – heißt es in der „Anzeigen-Sonderveröffentlichung – Blaulichttag – Mit Sicherheit Karriere!“ in der ‚Mitteldeutschen Zeitung‘. Es werde „allerhand geboten“, so könne man den Kampfpanzer Leopard 2 und die Drohnen der Bundeswehr in Augenschein nehmen. Die Bundeswehr ist in der Darstellung zentral – schon die Titelseite zeigt eine Frau in Kampfmontur, auf der Folgeseite sind auf einem halbseitigen Bild zwei Frauen dargestellt, die an einem Panzerrohr über den Kopf eines Mannes hinweg fröhlich ein Ziel anvisieren. Auch die Seiten 4 bis 7 stehen dabei ganz im Zeichen der Bundeswehr und wird mit Technikdarstellungen für das Militär geworben, als ob es sich um einen ‚Abenteuerspielplatz‘ handele. Dass mittlerweile auch viele deutsche Soldat_innen aus dem Krieg in Afghanistan traumatisiert zurückkehren, andere in Särgen – und dass in Afghanistan auch deutsche Soldat_innen etwa in die Tötung von Zivilist_innen involviert waren, davon handeln die Darstellungen nicht. (Empfehlenswert ist das Buch: „Mit der Hölle hätte ich leben können: Als deutsche Soldatin im Auslandseinsatz“ von Daniela Matijevic)

Ganz unverhohlen wirbt die Bundeswehr dabei um Schüler_innen, wenn es u.a. als Bildunterschrift auf S.7 heißt „Ein Karriereberatungsoffizier erklärt bei einem Camp in Delitzsch. Dort konnten eine Woche lang Schüler ‚Leben bei der Bundeswehr‘ erleben.“ Dabei widerspricht diese Werbung bei Schüler_innen sogar der Intention der UN-Kinderrechtskonvention, die gerade vermeiden will, dass das Militär unter Minderjährigen wirbt. (Empfehlenswert ist die Kampagne „Schulfrei für die Bundeswehr“)

Was bewegt eine Zeitung, so zu handeln und eine Werbeveranstaltung insbesondere der Bundeswehr auf ihrem Gelände zuzulassen? Und wie möchte sie in Zukunft noch unabhängig berichten, wenn sie offensichtlich so deutlich mit dem Militär verbandelt ist? Handelt es sich bei der Berichterstattung über Krieg und Außenpolitik in der ‚Mitteldeutschen Zeitung‘ dann um journalistische Beiträge, in denen frei und offen Kritik geübt werden kann, oder werden sie zuvor mit dem Militär und dem Außenministerium abgestimmt?

Veröffentlicht in Antimilitarismus | Getaggt , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Leipziger Friedensrundbrief September 2015

„… dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpesteter Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig glühenden Sonne und unter wankenden Gestirnen umherirren, einsam zwischen den unübersehbaren Massengräbern und den kalten Götzen der gigantischen betonklotzigen verödeten Städte, der letzte Mensch, dürr, wahnsinnig, lästernd, klagend – und seine furchtbare Klage: WARUM? wird ungehört in der Steppe verrinnen, durch die geborstenen Ruinen wehen, versickern im Schutt der Kirchen, gegen Hochbunker klatschen, in Blutlachen fallen, ungehört, antwortlos, letzter Tierschrei des letzten Tieres Mensch – all dieses wird eintreffen, morgen, morgen vielleicht, vielleicht heute nacht schon, vielleicht heute nacht, wenn – wenn – wenn ihr nicht NEIN sagt.“                                                                                            Wolfgang Borchert, Sag Nein, 1947

 

Angesichts der aktuellen politischen Lage in Stadt, Land und Welt gibt es reichlich Gründe, NEIN zu sagen. Und nicht nur im stillen Kämmerlein.

 

1. No Legida Montag 31.August        18.00 Uhr         Naturkundemuseum

 

„Nolegida – Refugees Welcome

Gegen Legida und Pegida und ihre Stimmungsmache

Für das Recht auf Asyl und die menschenwürdige Unterbringung Geflüchteter. Am Montag, 31. August ab 18 Uhr wieder eine starke Stimme sein gegen Rassismus und Ausgrenzung. Gegenkundgebung nicht an der Hainspitze, sondern wahrscheinlich auf der gegenüberliegenden Seite des Goerdelerringes vor dem Naturkundemuseum stattfinden.

https://www.facebook.com/events/1122690197759157/

 

Die Leipziger Friedenswache trifft sich wie üblich 18 Uhr in der Petersstr./ Höhe Wiese neben Hugendubel. Da die Sammlung der Protestierenden erfahrungsgemäß immer etwas länger dauert, machen wir es kurz und schließen uns dann dem Protest an.

 

2. Weltfriedenstag Dienstag 01. September

a) 17 Uhr Gedenkstein der Deserteure Ostfriedhof

Traditionsgemäß die Gedenkveranstaltung des BdA für Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz Genaueres www.vvn-bda-leipzig.de/dateien/Veranstaltungskalender.html

 

b) 17 Uhr Nikolaikirchhof Auftaktkundgebung zur Demonstration

Erfreulicherweise gab es in diesem Jahr im Rahmen des Bündnisses „Leipzig gegen Krieg“ einen breiten Vorbereitungskreis mit vielen Beteiligten. Dank an Alle, die sich nicht nur hineinknieten, sondern sich Hals über Kopf in die Arbeit stürzten. Zum Gelingen braucht es nur noch eine entsprechende Teilnehmerzahl. Damit wir die vielen Redebeiträge zu Friedensthemen und die Orte militaristischen Ungeistes bis zu den Abendveranstaltungen schaffen, muss es pünktlich auf die Route gehen: Markt, Leuschnerplatz, Neues Rathaus, amerikanisches Generalkonsulat, Albertina. Der Leipziger Friedenspreis wird in diesem Jahr gegen 18 Uhr auf dem Markt übergeben.

 

Presserklärung, Aufruf und ein kleiner Flyer zum Weiterverteilen im Anhang.

c) Sechzehn Jahre, nachdem auf Betreiben des Sozialdemokraten und Kriegsministers Scharping und seines grünen Koalitionskollegen und Außenministers Fischer die Bundeswehr bei der Bombardierung Jugoslawiens erstmals seit 1945 wieder mitkriegen durfte, rufen diese Parteien gemeinsam mit anderen parallel zur Demonstration zu einer weiteren Kundgebung auf. Bleibt zu hoffen, dass nicht nur rückwärtsgewannt erinnert, sondern auch die aktuelle Lage hinterfragt wird. Oder ein wenig Selbstkritik laut wird. Und vielleicht sogar ein paar Antworten gegeben werden. Wir sind gespannt. Die Friedensfreundin oder der Friedensfreund haben also die Qual der Wahl, wo sie mitlaufen oder –stehen mögen.

 

d)    20 Uhr globale LE Zeitgeschichtliches Forum        Grimmaische Straße

„Im Übergang – Protokoll einer Hoffnung     BRD 1991 /DEFA / 82 min / Kurt Tetzlaff.

In Kooperation mit dem Zeitgeschichtlichen Forum. Anschließend Diskussion mit Alexander Schulz (Aktivist und Protagonist im Film) und Thomas Kachel (Friedensaktivist, Leipzig gegen Krieg).

Der Film beginnt mit der Silvesterfeier 1989/90, der ersten gemeinsamen Feier von Ost- und Westdeutschen, auf der Glienicker Brücke – jener Brücke zwischen Berlin-Wannsee und Potsdam, auf der in der Zeit des Kalten Krieges Spione ausgetauscht wurden und die zu DDR-Zeiten „Brücke der Einheit“ hieß. Mit der Vereinigungsfeier am 3. Oktober 1990 – auf eben dieser Brücke – endet der Film. Regisseur Kurt Tetzlaff gibt dem Film bewusst einen Untertitel „Protokoll einer Hoffnung“: die Hoffnung derjenigen, die im Herbst 1989 auf die Straße gingen und eine neue Gesellschaftsform einforderten. In der Entwicklung der folgenden Monate, die der Regisseur mitverfolgt, zeigt sich was aus dieser Hoffnung wird. Das knappe Jahr des Übergangs bis zur „deutschen Einheit“ in Potsdam wird in den persönlichen Erfahrungen und Reflexionen eines Jugendlichen geschildert. Neben dem Portrait des jungen Kriegsdienstverweigerers, dessen Haltung viele seiner Generation teilen, ist der Film ein wichtiges Dokument über den Prozess des Anschlusses an die kapitalistische BRD.“

http://www.globale-leipzig.de/

 

 3. amina- antimilitaristische Nachrichten radio blau        99,2 MHz

Am Mittwoch, dem 09. September, gibt es dann zwischen 18 und 19 Uhr eine Auswertung und Einschätzung des Weltfriedenstages. Einschalten und reinhören.

 

 4. Kampagne „Stopp Ramstein- kein Drohnenkrieg!“

Die weltweiten extralegalen Tötungen mit unbemannten Drohnen wären ohne die Relaisstation auf der amerikanischen Luftwaffenbasis in Ramstein nicht möglich. Die Bundesregierung wird aufgefordert, diese Verstöße gegen Völkerrecht und Grundgesetz zu unterbinden und sich bei US-Regierung und -Army für eine Beendigung einzusetzen, andernfalls das Stationierungsabkommen zu kündigen. Mensch kann sich dem Aufruf anschließen oder z.B. am Protestcamp vom 25. bis 27. September teilnehmen. Falls Bedarf nach Fahrkoordinierung besteht, einfach melden. Weiteres im Anhang.

Dann sucht euch etwas raus und bewegt euch. Wichtig nur: Sagt NEIN, wenn euch etwas nicht passt.

Ansonsten: wenn ihr noch was fragen wolltet, traut euch. Wenn ihr eigene Termine habt, her damit. Und alles kann gern komplett oder in Teilen weitergeleitet werden, wenn der Inhalt dadurch nicht verfälscht wird.

 

Veröffentlicht in Antimilitarismus | Getaggt | Hinterlassen Sie einen Kommentar